Kongress beschließt Enteignung von Land und Immobilien als Strafe für Sklavenarbeit!

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Mit den Worten, es war ein “geschichtsträchtiger Moment”, wurde diese Woche, die längst überfällige Abstimmung der Senatoren mit insgesamt 59 Stimmen (von 81) zugunsten der Beschlagnahme der Fazendas oder Betriebe auf denen Sklavenarbeit vorherrscht kommentiert. Die beschlagnahmten Gebiete sollen landlosen Bauern oder für geförderte Wohnbauprogramme genutzt werden.

Somit kam es nach gut 20 Jahren endlich zu dieser wichtigen und längst fälligen Entscheidung. 1995, im gleichen Jahr als die brasilianische Regierung vor den Vereinten Nationen bekannte, dass es immer noch Fälle von Sklavenarbeit in Brasilien gibt, gelang es Abgeordneten einen ersten Vorschlag zur Änderung der Verfassung (Artikel 243) vorzulegen, der moderne Sklaverei unter Strafe stellt. Seit diesem Jahr, wurden insgesamt rund 50.000 Menschen aus der Sklaverei in Brasilien befreit und während des gesamten Zeitraums wurde stets versucht die Abstimmung zu blockieren.

Eigentlich ist die brasilianische Gesetzgebung sehr fortschrittlich. Denn in Brasilien zählt nicht nur der sprichwörtliche Freiheitsverlust, sondern auch die Verletzung der Würde gegen den Menschen als Sklaverei. Das heißt konkret, das nicht nur der Raub der Freiheit des Arbeitnehmers, sondern auch bei nicht gewährleisteten Mindestbedingungen für den Erhalt der menschlichen Würde es zu Verurteilungen wegen Sklavenarbeit kommen sollte.

Die vorgeschlagene Veränderung der Konsfiszierung war über die Jahre mehrmals Thema im Senat. Immer wieder organisierte die Zivilgesellschaft Proteste gegen die sich schleppenden Verhandlungen. Vor Jahren wurden hunderte von Kreuzen vor dem Kongress in die Erde gestoßen, und 2008 „umarmten“ über 1000 Menschen symbolisch den Senat in Brasilia. Zwei Jahre später wurden über 280.000 Unterschriften gesammelt und an den damaligen Präsidenten des Senatorenhauses übergeben. Bleibt zu hoffen, dass diese Entscheidung nun auch konkret von den jeweiligen Verantwortlichen der Justiz umgesetzt wird.

Besser noch wäre, die bereits unzähligen angezeigten und verurteilten Senatoren und Abgeordneten, bei denen Sklavenarbeit auf ihren Fazendas entdeckt wurde, könnten mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn dies zukünftig der Fall wäre, dann sollte es in den nächsten Jahren kein Problem sein die tausenden von landlosen Familien über die in der brasilianischen Verfassung verankerten Agrarreform anzusiedeln.

Foto: João Zinclar

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