Vom Bergbaukonzern BAMIN betroffene Bauern fordern ihr Land zurück

Es war ein wichtiger Tag für die von der Bergbaufirma BAMIN (=Bahia Mineração) betroffen Anrainer der umliegenden Gemeinden den endlich konnten sie dem Verantwortlichen der staatlichen Behörden CDA (=Koordination der Agrarrentwicklung im Bundesland Bahia) ihre Landkarte übergeben. Auf dieser Karte ist klar ersichtlich wie Landraub konkret aussieht und um welche Dimensionen es sich dabei handelt. Diese Landkarte ist das Ergebnis von mehreren Besuchen, Sitzungen, Gesprächen mit den Älteren der Dörfer und vor allem dem gemeinsamen abfahren und -gehen der Region.

Mapas comunidades final_7

Schon im Jahr 2009, als sie von den zuständigen Behörden eingeladen wurden, um während einer öffentlichen Anhörung mehr über die Zukunftspläne der Bergbaufirma BAMIN (Bahia Mineração) zu erfahren, waren sie sehr skeptisch. Vor allem aber waren sie besorgt um ihre Wasserquellen und die von ihnen gemeinsam bewirtschafteten Weideflächen.

Aus heutiger Sicht war diese Skepsis durchaus berechtigt und es ist dem Widerstand der Familien zu verdanken, das sie bis zum heutigen Tage das Schlimmste verhindern konnten. Den hätten sie sich vor einigen Monaten nicht mutig vor die Bauarbeiter gestellt und den selben die Zufahrtsstrasse versperrt, wäre der Wald rund um ihre Wasserquellen bereits dem Erdboden gleich gemacht. Genau in diesem Tal nämlich wollte die Bergbaufirma BAMIN ein Abwasserbecken errichten um ihre Bohrschlämme und Abwässer aufzustauen.

Nach diesem Etappensieg haben die Familien neuen Mut gefasst und wollen auch ihre Rechte auf die Weideflächen nicht einfach preisgeben. Aus diesem Grund sind wir mit ihnen gemeinsam die Region abgegangen und haben die Geobasisdaten ihres Territoriums aufgenommen. Nun haben wir die Daten verarbeitet und es ist uns gelungen die selben auf eine Landkarte zu übertragen. Wie ihr Euch selbst vergewissern könnt wird das Ausmaß der Tragödie nun noch deutlicher. Das lila eingezeichnete Gebiet, zeigt das Tal mit den unzähligen Wasserquellen, das über 230 Familien aus der Umgebung mit fliessenden Wasser versorgt. Am unteren Ende des Tales befinden sich die Tiefbrunnen die weiteren 3.500 Familien aus dem Nachbarbezirk Pindaí das lebensnotwendige Wasser garantieren. Das gesamte Tal sowie die zusätzliche gemeinsame Weidefläche findet ihr gelb umrahmt. Genau um dieses Gebiet geht es jetzt, den hier hat die Bergbaufirma schon mit dem Abbau des Eisenerzes begonnen und verweigert den Familien mittlerweile den Zugang und die Nutzung (rote Sterne).

Während des gemeinsamen Treffens mit den Regierungsverantwortlichen, die zwischen den Familien und des Bergbaukonzernes vermitteln sollen, fanden die Anrainer klare Worte. Anhand der Karten haben sie klar ihre Grenzen abgesteckt und werden keinesfalls den Vorschlag des Bergbaukonzernes, der ihnen 150 ha abgeben möchte, akzeptieren. Sie fordern nun die Verantwortlichen ihnen das ganze Gebiet, anhand ihrer Jahrhunderte alten Nutzungsrechte, offiziell zu überschreiben.

 

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