Die Früchte der Arbeit

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Urlaubszeit in Europa, bedeutet für uns hier in Brasilien immer wieder tolle Begegnungen mit Bekannten und Freunden_innen die sich Zeit nehmen um sich dieses faszinierende Land und seine Leute einmal selbst anzusehen. So auch diese Woche, als wir Besuch von unserem langjährigem Projektpartner Josef Gappmaier, sowie zwei mit ihm angereisten Ehepaaren, Hans und Gertrud sowie Günther und Susanne, erhielten. Nachdem sie während zwei Wochen verschiedene Sehenswürdigkeiten erkundeten, waren sie diese Woche zum Abschluss ihrer Reise noch bei uns auf Besuch.

Die Tage in Jacobina und der Umgebung waren geprägt von einem dichten Programm. Wir besuchten verschiedene über die Pastoralarbeit gewachsene Bildungsprojekte in der Stadt, das 130km entfernt liegende Zisterzienserkloster Jequitiba mit der dort ansässigen Landwirtschaftschule sowie zwei von uns betreute Agrarreformansiedlungen im Umkreis von Jacobina.

Zuerst besuchten wir die Familien im Dorf Corte Grande. Hier wurden wir herzlich von Dona Maria empfangen. Sie führte uns in ihren mit Obstbäumen bunt gemischten Garten den sie mit viel Aufwand über die Trockenzeit pflegte.

Anschließend konnten wir an dem monatlichen Treffen der hier angesiedelten Familien teilnehmen. Unsere Gäste konnten dabei ein bisschen von der bereits 16 Jahre andauernden Geschichte der Familien auf diesem Gebiet zu erfahren. Es war toll mitzuverfolgen wie alle betonten, das es ihnen heute viel besser gehe. Es war ein harter Kampf über viele Jahre, der aber mittlerweile belohnt wurde mit der Enteignung des Landes, den ersten Investitionen sowie den Krediten für die bereits aufgebauten Häuser und Regenwasserzisternen. Das größte Problem in dieser kargen Gegend ist aber weiterhin die Wasserversorgung. Laut Roberto, dem Koordinator der Gruppe: „Die Regierung hat vor zwei Jahren hier einen Brunnen geschlagen, allerdings haben sie den selben anschliessend noch nicht mit einer Pumpe versehen. Somit sind wir immer noch gezwungen Wasser zu kaufen.“

Trotz diesem Wermutstropfen war es für mich sehr toll zu sehen, wie sich die Familien weiterhin monatlich versammeln um über ihren gemeinsamen Weg, ihre Probleme und Lösungen zu diskutieren und über die weiteren notwendigen Schritte zu entscheiden. Ich kann mich nämlich noch gut erinnern, wie schwer es zu Beginn war, hier gemeinsame Treffen durchzuführen, und vor allem gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Über viele Jahre, während des Konfliktes, habe ich die Familien fast wöchentlich betreut und gemeinsam haben wir viele schöne aber auch schwierige Stunden verbracht.

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Nach dem Besuch im Dorf Corte Grande haben wir noch einen Abstecher in das nicht weit entfernte Dorf Barreiros gemacht. Seu Esmeraldo führte uns durch das Dorf und anschließend auf die Felder der hier angesiedelten Familien. Sie sind bereits einen Schritt weiter. Durch den ausgiebig mit Wasser gespeisten Tiefbrunnen können sie hier kleine Parzellen bewässern. Somit haben sie auch in den immer wiederkehrenden Trockenzeiten die Möglichkeit ausreichend Nahrungsmittel für sich und den Verkauf anzupflanzen. Hier, inmitten der Bananenstauden zeigte uns Seu Esmeraldo stolz seine Aipimwurzeln sowie die hier vorhandene Mischkultur. Nicht nur Seu Esmeraldo, auch ich kann bei diesen Besuchen die Früchte unserer jahrelangen Arbeit bei der CPT herzeigen – und es freut mich sehr wenn ich sehe wie ich die vorher mittellosen Familien heute ihre Leben gut meistern.

Unsere Besucher_innen waren berührt nach den verschiedensten Sehenswürdigkeiten Brasiliens auch ein bisschen in die Realität der Menschen, deren Kampf sie seit Jahren mitunterstützen, eintauchen zu können. Gemeinsam verbrachten wir angeregte Tage mit tollen Gesprächen. Bleibt mir nur, für den Besuch zu danken – und vielleicht sehen wir uns wieder einmal. Würde mich sehr freuen.

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