Wasser und Gold!

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Ich weiss nicht wie es Euch geht, aber für mich hat es immer wieder etwas beruhigendes, wenn ich an die Nähe eines Flusses komme und die Geräusche des vorbeifließenden Wassers vernehme. Wahrscheinlich um so mehr, seit ich hier im halbtrockenen Klima im Nordosten lebe wo es gerade einmal vier bis fünf Monate im Jahr regnet und die restliche Zeit uns die Trockenzeit in seinen Bann zieht.

Somit war es diese Woche eine wahre Freude als ich bei den Bauern_innen in den Dörfern Lages und Ambrósio, die direkt am Fluss Itapicuru, im Bezirk Cansanção – Bahia, liegen zu Besuch war. Auf einer Länge von fünf Kilometern bepflanzen die Familien hier beide Flussufer mit Beeten, gefüllt mit grünem Salat, Kräutern, Auberginen, Kraut, Früchten und vieles mehr. Die junge Erica erzählt mir während sie die Beete gießt: “Seit ich mich erinnern kann bebauen die Familien aus dem Dorf diese Felder hier. Das ist für uns die einzige Möglichkeit hier zu überleben und Arbeit zu finden.”

Zurück im Dorf spürt man im Gespräch mit den Anrainern das es ihnen hier an nicht vielem fehlt. Sie wohnen in gut gemauerten Häusern, es gibt eine Schule, einen kleinen Platz im Zentrum, fliessend Wasser, sowie Strom und mittlerweile sogar eine Internetverbindung. Darüber freuen sich vor allem die Jugendlichen, den dies ist für sie ein zusätzlicher Anreiz weiter hier zu wohnen sowie in der Landwirtschaft mitzuarbeiten.

Vor gut vier Monaten war die Stimmung unter den Dorfbewohnern allerdings weit nicht so gut wie heute. Mit grosser Verärgerung erzählen sie mir von dem Bergbaukonzern der sich flussaufwärts niedergelassen hat. Dem haben sie es nämlich zu verdanken das sie vor gut vier Monaten ihre Felder nicht mehr bewässern konnten. Auf die Frage wie das möglich ist, antwortet mir der junge Elson: “der kanadische Bergbaukonzern YAMANA Gold hat mit seinen drei riesigen Wasserpumpen einfach das Wasser aus dem Fluss gepumpt. Für uns ist ein paar Kilometer weiter unten nicht´s mehr übrig geblieben.” Schwer wiegt hier, das die Bauern_innen deren Lebensexistenz selbst vom Flusswasser abhängig ist, im Vorfeld nie befragt und auch nicht über die Pläne des Bergbaukonzerns eingeweiht wurden.

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Zusätzlich klagen sie über die Verschmutzung des Wassers. Laut ihren Aussagen mussten sie schon mehrmals mitverfolgen wie all ihr angepflanztes auf den Feldern Elend zugrundegegangen ist, nach dem sie es mit den Flusswasser wässerten.

Mehrmals haben sie aus diesem Grund vor den Firmentoren protestiert und bei den Verantwortlichen vorgesprochen. Ihre Situation hat sich dadurch allerdings kaum verbessert. Aus diesem Grund, haben sie vor gut zwei Wochen über dei Zeitung die Nachricht über die Stillegung der Arbeiten in der Mine mit grosser Freude erhalten. “Jetzt nach dem sie geschlossen haben, geht es uns wieder besser. Wir können weiter in Ruhe unsere Felder bebauen und müssen vorerst nicht von hier weg” erzählt mir Erica mit leuchtenden Augen.

Die wieder eingekehrte Ruhe kann allerdings von nur sehr kurzer Dauer sein. Den wenn man den Berichten glauben schenken darf soll die Mine Anfang 2015 wieder ihren Betrieb aufnehmen um das nachweislich vorhandene Gold abzubauen. Bleibt die Frage ob die Verantwortlichen der YAMANA Gold dann mehr Rücksicht auf die lokale Bevölkergung nehmen werden?

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