Avatar ist für viele bereits Realität!

Ferbasa - Brejo Grande

Wie kannst Du nur immer so gegen die Bergbaukonzerne und den Abbau von Mineralien wettern? Warum bist Du gegen Wachstum und Fortschritt? Du weißt doch, dass wir alle abhängig sind von diesen Mineralien und seltenen Erden. Das sie in Stühlen, Tischen, Computern, Handy, usw. verwendet werden…… Immer wieder bekomme ich das oder Ähnliches zu hören.

Nein, das stimmt so nicht! versuche ich dann meist meinem Gegenüber zu verstehen zu geben. Weiters versuche ihm/ ihr in weiterer Folge zu erklären, dass ich nicht gegen den Bergbau im allgemeinen bin. Auch das ich selbst Computer und Handy verwende und uns keinesfalls zurück in die Steinzeit befördern möchte.

Allerdings – und da kann ich nicht anders, da ich allzu viele der unzähligen Betroffenen durch meine Arbeit persönlich kenne – bin ich gegen den unkontrollierten Raubzug der regelrechte Krater in die Landschaft pfercht, lebensnotwendige Wasserquellen zerstört und verunreinigt, sowie die gewalttätigen Auseinandersetzungen und Menschenrechtsverletzungen ausgehend von den Bergbaukonzernen mit ihrem Sicherheitsapparat gegenüber der lokalen Bevölkerung. Zusätzlich vertrete ich die Meinung, dass es dringend notwendig ist konkret über einen Wachstumsrückgang – vor allem weil ich auch in Zukunft meinen Kindern und den nächsten Generationen noch in die Augen schauen möchte – nicht nur nachzudenken, sondern konkrete Schritte einzuleiten. 

Aus diesem Grund kann ich die Initiative der 70 katholischen Bischöfe aus aller Welt, die in ihrer gemeinsamen Erklärung: „Church leaders call for EU rules on conflict resources to be binding and consistent“, das EU-Parlament versucht in die Pflicht zu nehmen, nur begrüßen. Gemeinsam fordern sie schärfere Maßnahmen und Vorgangsweise gegen die Menschenrechtsverletzungen in Bergbaugebieten der Schwellen- und Entwicklungsländern. In diesem Zusammenhang erklärte der österreichische Linzer Bischof Schwarz: „Es darf nicht sein, dass europäische Unternehmen Rohstoffe importieren, deren Gewinnung in den Abbauregionen Gewalt und Menschenrechtsverletzungen schürt.“

Die von der CIDSE (=internationales Netzwerk katholischer Entwicklungsorganisationen) initiierte und gemeinsam erarbeitete Erklärung – bei der auch die Verantwortlichen der KOO (=Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Missio) sowie unseres langjährigen Projektpartners, der DKA (Dreikönigsaktion – Hilfswerk der Katholischen Jugend) – beteiligt waren, kommt genau im richtigen Zeitpunkt. Denn derzeit wird im EU-Abgeordnetenhaus in Brüssel über einen neuen Gesetzesentwurf zu diesem Thema diskutiert.

Ein äußerst kritischer Punkt dabei ist unter anderem, die freiwillige Selbstzertifizierung durch profitorientierte Bergbaumultis – wie auch hier in Bahia: Yamana Gold, FERBASA, BAMIN, INB, Vale do Rio Doce und wie sie Alle heissen – die immer öfter nur allzu gerne bei Menschenrechtsverletzungen ein Auge zudrücken, oder wie in vielen Fällen vor brutaler Gewalt nicht zurückschrecken.

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Aus diesem Grund müssen dringend verbindliche rechtliche Verpflichtungen eingeführt werden, anhand derer es möglich sein muss die Bergbaukonzerne zur Rechenschaft zu ziehen. Wir sind alle aufgefordert, sowie dürfen keinesfalls Verletzungen der Menschen- und Arbeitsrechte, oder willkürliche Gewalt in Kauf nehmen. Den wenn wir hier wegschauen dann machen wir uns auch mitschuldig.

Um dies auch in der Tat zu garantieren wäre es vielleicht sinnvoll den Hebel an den Finanzierungen der Banken und Investoren anzusetzen. Den wenn es möglich wäre den verantwortlichen Konzernen, bei nachweislichen Verletzungen, die Finanzierungen und weiteren Kredite zu entziehen, dann denke ich wären wir einen Schritt weiter. Auch könnte man schon in der Planungsphase und Vorbereitung neuer Projekte einfordern, dass nur ein gewisser Teil des vorgefundenen Mineralienvorrates – vor allem aus Rücksicht für die nächsten Generationen – abgebaut werden darf, sowie das bergbaufreie Zonen geschaffen werden müssen.

Link zur mehrsprachig abgefassten Erklärung der Bischöfe: http://www.cidse.org/newsroom/item/

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