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“Die Agrarreform ist nicht nur eine politische Notwendigkeit, sondern auch eine moralische Verpflichtung”. Diese und andere Worte unseres Kirchenoberhauptes Papst Franziskus, ausgesprochen während des gestern zu Ende gegangenen Treffens zwischen ihm und Vertretern_innen der sozialen Bewegungen, Bischöfen und Pastoralmitarbeitern_innen aus aller Welt, werden noch lange nachklingen. Das bisher erste und einzigartige weltweite Treffen dieser Art, mit über 100 Vertretern der sozialen Bewegungen, sowie 30 Bischöfen und 50 Pastoralmitarbeiter_innen, organisiert vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden in Zusammenarbeit mit der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften war für die Teilnehmer_innen ohne Zweifel eine einzigartige Begegnung. Seine klaren Worte und Stellungnahme um sich für die Armen dieser Welt einzusetzen sollen uns allen Mut und Kraft geben in unserer weiteren Arbeit.

Schon am ersten Tag zeigte sich Papst Franziskus äusserst besorgt was die weltweite Situation der Bauern_innen betrifft. So betonte er, dass die selben, “nicht wegen der Kriege oder Naturkatastrophen”, sondern viel mehr wegen “Landraub, der Rodung ganzer Landstriche, der Verschmutzung von Wasser und dem Einsatz von Pestiziden” gezwungen sind ihr Land zu verlassen.

Von diesen Ungerechtigkeiten kann die brasilianische Landbevölkerung ein Lied singen. Brasilien galt schon immer als eines der Länder mit der höchsten Landkonzentration. Diese Situation hat sich durch die von der Politik geförderte Expansion der Agrarindustrie in den letzten Jahren weiters deutlich zugespitzt. Erst letzte Woche kam es in diesem Zusammenhang zu einem weiteren Mord. Der 49jährige Cleomar Rodrigues de Almeida – aus dem Norden des Bundeslandes Minas Gerais, wohnhaft auf der bereits enteigneten Ansiedlung Unidos com Deus (= Gemeinsam mit Gott) – bezahlte seinen unaufhörlichen Kampf für die Agrarreform mit seinem Leben. Er ist somit leider einer der 30 Menschen die ausschließlich in diesem Jahr 2014 in Brasilien ihr Engagement für eine gerechtere Welt mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Weiters warnte der Papst während des Treffens vor dem “Skandal des Hungers” und der “Wegwerfkultur” die nur die Ungerechtigkeiten dieser Welt vergrössern: den es gibt keine schlimmere Armut als die, die es nicht zulässt für sein eigenes Überleben zu sorgen.” Aus diesem Grund betonte Franziskus: “müssen wir dieses System ändern, die Menschenwürde muss im Mittelfeld unserer Bemühungen stehen. Es muss uns gelingen alternative Gesellschaftsstrukturen aufzubauen.”

In diesem Zusammenhang ermutigte er die anwesenden Teilnehmer_innen in dem er das Treffen als wichtiges Signal deutete. Den nur durch ihre Präsenz während dieser Tage im Vatikan, war es möglich sich mit dieser vielfach tot geschwiegenen Realität auseinander zu setzen.

Das Ziel dieses Treffen war es gemeinsam Vorschläge auszuarbeiten um diesen Problemen entgegenzuwirken. Durch die vielfach direkt Betroffenen Teilnehmer_innen und ihren persönlichen Erfahrungen, war es möglich Alternativen aufzuzeigen, anhand derer es möglich sein sollte die verheerenden Konsequenzen zu verhindern. Diese Vorschläge sollen ein konkreter Beitrag sein für eine gerechte und freie Gesellschaft ohne Ausgeschlossene und Ausgrenzung. 

Abschliessend bedankte sich der Papst bei den Anwesenden aus der ganzen Welt, die seiner Einladung folgten und sich “dieser ernst zu nehmenden sozialen Probleme die unsere heutige Welt betreffen” annehmen. Mit den Kraft spendenden Worten:“Ich bete für und mit Euch, ich bitte Gott unseren Vater Euch zu segnen und Euch viel Kraft und Liebe auf den Weg mitzugeben. Diese Kraft ist die Hoffnung die uns nicht zum verzweifeln bringt. Danke.” verabschiedete sich Franziskus von allen Anwesenden.

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