Beiße nie in die Hand die Dich füttert!

Adriano Kakazu/ Agencia Senado

Adriano Kakazu/ Agencia Senado

Pünktlich zu Jahresbeginn kam es zu der von vielen erwarteten Angelobung der wiedergewählten Präsidentin Dilma und ihrer auserkorenen Minister_innen. Darunter auch die viel umstrittene neue Agrarrministerin Kátia Abreu – die wegen ihrer rücksichtlosen Vorgehensweise gegenüber Mensch und Natur im Jahr 2012 von Greenpeace zur „Miss Motorsäge“ gewählt wurde. Einigen von Euch bereits aus meinen älteren Beiträgen bekannt.

Sie hat ihr Ziel somit erreicht! Dagegen konnten auch die vorangegangenen massiven Proteste, sei es der sozialen und indigenen Bewegungen, sowie der Verantwortlichen der „modernen Agrarindustrie“ nichts ausrichten.

Das sie als gute altbekannte Vertraute der brasilianischen Präsidentin Dilma – schon vor zwei Jahren hat sich Dilma für ihre Wiederwahl in den Senat stark gemacht – eindeutig am längeren Ast sitzt, hat sie auch gleich eindrücklich in ihrem ersten offiziellen Interview bewiesen. Denn laut ihrer Meinung: gibt es in Brasilien keine Großgrundbesitze mehr.” Weiters betonte sie, dass die Verantwortlichen der Landkonflikte unter den Indigenen zu suchen sind, den: “die Landkonflikte (in Brasilien) existieren weil die Indigenen die Wälder verlassen haben und produktives Agrarland für sich beanspruchen.”

Ihren Aussagen stehen allerdings nicht nur die brutale Geschichte Brasiliens, sondern auch die offiziellen Zahlen gegenüber. Laut dem Institut für Kolonialisierung und Agrarreform (=INCRA) gibt es nicht nur Großgrundbesitze in Brasilien, sondern dieselben haben sich während der Regierungszeit der Arbeiterpartei (=PT) sogar vergrößert. Belief sich die Anzahl im Jahr 2003, auf 58-tausend Besitze mit insgesamt 133 Millionen Hektar, sind die Zahlen im Jahr 2010 auf 69-tausend Besitze mit insgesamt 228 Millionen Hektar deutlich angestiegen. Dies sind somit um fast 100 Millionen Hektar (12x Mal Österreich) mehr wie vor wenigen Jahren. Dass davon gut 40% als unproduktiv brachliegen möchte ich hier gar nicht betonen.

Eines muss man Kátia Abreu allerdings zu gute halten. Sie bleibt auch nach der Angelobung weiterhin ihrer politischen Linie und Lebensgeschichte treu, untermauert sie sozusagen mit ihren Aussagen, und das ist bei weitem nicht bei allen politischen Vertretern der Fall.

Bleibt die Frage, ob anhand der immer schwierigeren Zeiten, die die Bauernfamilien, Indigenen und Landlosen Bauern_innen hart treffen, die sozialen Bewegungen, unter anderem die brasilianische Landlosenbewegung (=MST) zu ihrem Ursprung zurückfinden werden. Denn es wäre wirklich schlimm, wenn sich wie der bekannte kritische brasilianische Anthropologe Eduardo Viveiros de Castro es in einem seiner twitter-Komentare schrieb: “Es ist einfacher das Katia Abreu als Indigene verkleidet am Karneval teilnimmt, als dass Stedile (Hauptverantwortliche von MST) mit der Regierung (die ihn und die soziale Bewegung finanziert) bricht.” bewahrheiten würde.

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