Ich bin gekommen um zu dienen

CF 2015

Der Beginn der Fastenzeit steht in Brasilien traditionell ganz im Zeichen der jährlich stattfindenden Campanha da Fraternidade (=Geschwisterlichkeitskampagne). Diese bereits in der Tradition der brasilianischen katholischen Kirche verankerte Kampagne steht dieses Jahr unter dem sehr passenden Motto “Ich bin gekommen um zu dienen (Markus 10,45)”.

Symbolisch für dieses Motto steht das Foto des Papstes Francisco, auf dem er auf den Knien die Füße eines Menschen wäscht und küsst. Diese zutiefst demütige und ehrfürchtige Geste – gewidmet den Bedürftigen und Armen – ist in Zeiten wie diesen Balsam für uns Alle.

Denn ist es nicht so, das in unserer heutigen Gesellschaft der Sieger gegenüber dem Besiegten, der Schnellere gegenüber dem Langsameren,… den Vortritt hat? Besonders bedenkenswert ist dabei, das für die persönliche Bereicherung in unserer vom Kapitalismus dominierten Welt es durchaus in Kauf genommen wird und mittlerweile legitim ist dabei andere zu täuschen, auf die Seite zu drängen und auszunützen. Aus dieser Perspektive betrachtet scheint diese Geste des Papstes  sicherlich für viele verrückt und sogar erniedrigend.

Das Motto “Ich bin gekommen um zu dienen” hat aber eine weit tiefere Bedeutung als die bekannten religiösen Werte der Verfügbarkeit und Güte. Im Gesamtkontext gesehen – dem Dialog zwischen Jesus und seinen Jüngern Jakobus und Johannes folgend – stehen diese Zeilen klar gegen diese Art von Disput, Macht und Unterwürfigkeit: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. (Markus 42-44)”

Freuen wir uns somit auf die nächsten Tage und Wochen, auf tolle Dialoge und Debatten, die dabei neu entstehenden Möglichkeiten und wie wir konkret im Alltag etwas verändern können. Die ermutigenden Eröffnungsworte des Generalsekretär Leonardo Steiner der brasilianischen Bischofskonferenz: “der Wunsch der Kampagne ist uns einzusetzen für eine menschlichere Gesellschaft” sollen uns hier den notwendigen Mut dazu geben.

Mehr Informationen findet ihr unter:

http://www.cnbb.org.br/publicacoes-2/documentos-para-downloads-2/cat_view/241-cf-campanha-da-fraternidade/521-cf-2015

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