Das Kapital kennt keine Krise – lasst uns nach Frankfurt fahren

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Warum ausgerechnet Frankfurt”? – fragt ihr Euch jetzt vielleicht. Es gibt doch so viele schöne Flecken auf dieser Erde. Ja stimmt, da gebe ich Euch vollkommen recht. Allerdings, und das ist der grosse Unterschied, werden sich dort am 18. März die Regierenden Europas treffen, um in einem verschwenderischen Festakt die Eröffnung ihres neuen Finanztempels, der Europäischen Zentralbank (EZB), zu feiern.

Der 185 Meter hohe, moderne Turm des Kapitals im Frankfurter Ostend soll nach der Fertigstellung alles in allem 1,3 Milliarden Euro kosten. Dies ist bei weitem mehr als das zu Beginn festgelegte Budget von 850 Millionen.

Für die Spitzen der Politik und Wirtschaft des krisengeschüttelten Europas also ein großer Moment. Voraussichtlich wird es an Selbstlob und eigenem Applaus über das “erfolgreiche Krisenmanagement”, verantwortlich dafür, dass heute tausende von Familien und junge Menschen – bis vor kurzem voller Hoffnungen – in Griechenland, Spanien, Portugal… vor dem Abgrund stehen, nicht fehlen.

Das müsste in Zeiten wie diesen doch ein ausreichender Grund sein, um nach Frankfurt zu fahren und uns den Aktivisten des Blockupy-Bündnisses anzuschließen. Noch dazu, weil die notleidenden Menschen, die anhand krimineller Entscheidungen einiger Bänker und Bürokraten (siehe Doku: Die Spur der Troika)  in Griechenland, Spanien, Portugal,… natürlich nicht zu diesem Fest eingeladen sind.

Obwohl, und ich zitiere hier den verantwortlichen Projektleiter Thomas Rinderspacher: “Nun wird das Gebäude, mit dessen Planung und Bau ich mich in den letzten 16 Jahren tagtäglich beschäftigt habe, mit Leben gefüllt. Darauf haben mein Team und ich lange hingearbeitet. Es wurde von Mitarbeitern für Mitarbeiter gebaut, und ich bin sehr stolz auf mein Team und das, was wir erreicht haben.”

Vielmehr sollte das Gebäude allerdings nicht mit kriminellen Lobbyisten und an schicken Schreibtischen über andere entscheidenden Bürokraten – die in keiner Weise zur Rechenschaft gezogen werden können – anhand ihrer als alternativlos dargestellten Sparpolitik gefüllt werden, sondern mit dem wirklichem Leben und unseren Alltagssorgen. Nützen wir somit die Gelegenheit, ihnen aufzuzeigen, dass wir mit ihrer Verarmungspolitik nicht einverstanden sind und konfrontieren sie mit den tausenden von Zwangsgeräumten, Obdachlosen, sich in Suppenküchen ernährenden und zum Auswandern gezwungenen Menschen.

Denn wir sind es, die gemeinsam die Kosten für die unverantwortliche Spar- und Verarmungspolitik übernehmen und teils mit unserem eigenen Leben bezahlen. Das Kapital und ihre Kapitalkräftigen allerdings, die kennen keine Krise und sind so stark wie nie zuvor!

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