Brasiliens unverzeihbarer Völkermord

Foto: Cris Freitas via CIMI

Foto: Cris Freitas via CIMI

Liebe FreundeInnen,

heute möchte ich Euch diese wichtige Nachricht (die ich aus dem portugiesischen übersetzt habe) die mich über einen meiner Freunde aus Mato Grosso do Sul erreicht hat weiterleiten. Es ist für uns alle wichtig, das diese Situation in der ganzen Welt bekannt gemacht wird. Ich bitte Euch somit sie an Eure FreundeInnen weiterzuleiten und zu -teilen. In der Hoffnung das es uns somit gelingt die brasilianische Regierung und Bevölkerung zum Handeln zu zwingen.

Wir sind alle Indigene. Angesichts der grausamen Völkermorde an den Indigenen Völkern Brasiliens fordern die Sozialen- und Gewerkschaftsbewegungen von Mato Grosso do Sul eine parlamentarische Untersuchungskommission

Zusammen unterstützen wir den Aufbau eines gerechten Brasilien.

Am 22.9.2015 bekräftigten sie Sozialen- und Gewerkschaftsbewegungen von Mato Grosso do Sul ihre Unterstützung der indigenen Völker im Kampf um ihre Rechte, ihr Land, im Kampf um die Chance auf ein menschenwürdiges Leben.

Aufs Neue prangern wir an und sind entrüstet über die brutale Vorgehensweise der Großgrundbesitzer und ihrer privaten Milizen – die im Bundesland Mato Grosso do Sul – allein im letzten Monat 12 paramilitärische Angriffe gegen die Guarani Kaiowá, Tekoha Ñanderú Maragantú, Potrero Guasu, Guyra Kamby’I, Pyelito Kue und Kurupi verübt haben. Das Ergebnis dieser paramilitärischen Angriffe, ist die Ermordung des Guarani-Kaiowá Häuptlings Semião Vilhalva und drei weiterer Indigenen. Dazu kommen unzählige weitere Indigene die durch Gummigeschosse und Schläge verletzt wurden. Weiters gibt es Beweise, die darauf hinweisen das während der Attacken Indigene gefoltert und vergewaltigt wurden.

Besonders zu betonen ist dabei, dass das Territorium Ñanderú Marangatú, der Ort an dem Seminão ermordet wurde, bereits vor 10 Jahren demarkiert und den Indigenen zugesprochen wurde. Der Guarani-Kaiowá Häuptling Semião Vilhalva, sowie viele andere Indigene, sind Opfer des “Koronelismus” (des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Einflusses der elitären Grossgrundbesitzer), sowie der nicht Gewährleistung der Bundesverfassung und Garantie der gerichtlichen Entscheidungen von Seiten des Staates.

In den letzten 12 Jahren wurden 585 Indigene in den Selbstmord betrieben und weitere 390 im Bundesland Mato Grosso ermordet worden. Wie es um die Kräfteverhätnisse in Mato Grosso steht zwigt eine Zahl sehr anschaulich: 23.000 Rindern grasen auf 23.000 Hektar Weideflächen – jedes Rind hat 1 Hektar Lebensraum! Dem gegenüber leben rund 45.000 Indigene des Guarani Kaiowá Volkes – eingezäunt auf 30.000 Hektar ihres traditionellen Landes.

In diesem Zusammenhang und zu unserer Überraschung, gegen alle Versuche diese Konflikte in Mato Grosso do Sul zu lösen, wurde am 18. September dem Vorschlag der Bundestagsabgeordneten Mara Caseiro, Vertreterin der Kommunistischen Partei Brasiliens (=PCDB) mit Unterstützung andere politischer Vertreter, durch den Präsidenten des Bundestags Junior Mochi (=PMDB), eine parlamentarische Untersuchungskommission gegen die Arbeit des Indigenen Rates (=CIMI) einzuleiten zugestimmt.

Der indigene Rat (=CIMI), ist ein an die brasilianische Bischhofskonferenz (=CNBB) gekoppelter Organismus, und verdient unsere uneingeschränkte Verbundenheit und vollen Respekt anhand der verantwortungsvollen Missionsarbeit, von ungeschätzter Bedeutung für die katholische Kirche und die Indigenen Völker.

Diese wichtige Organisation glaubt, dass die Indigenen Völker eine inspirierende Quelle sind für Revision der Bedeutungen, der Geschichte, sowie der Orientierungen unserer gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen heutigen Praxis. Genau dies ist der Grund warum sie den ganzen Hass der ländlichen Elite des Bundeslandes Mato Grosso do Sul, sowie der brasilianischen Bevölkerung, auf sich ziehen.

Die Existenz des Indigenen Rates, unterstützt von der katholischen Kirche, die sich einsetzt für die Verteidigung unserer indigenen Brüder und ihrer Rechte, ist nicht akzeptierbar für die Großgrundbesitzer, ausschließlich interessiert am Profit und nicht am Aufbau eines gerechten und solidarischen Brasiliens.

Wir sind überzeugt, dass die eingeleitete parlamentarische Untersuchung Teil der Strategie gegen die indigenen Völker und ihre Verbündeten ist. In dieser Hinsicht, bitten wir, dass die Bundestagsabgeordneten von Mato Grosso do Sul ebenfalls eine Parlamentarische Untersuchungskommission nominiert um den Völkermord der indigenen Völker zu untersuchen, denn wie bereits erwähnt wurden in den letzten 12 Jahren 390 Indigene im Bundesland Mato Grosso do Sul ermordet, und fast niemand wurde dafür bestraft.

Wir können die Passivität der politischen Machthaber, sowie die Exzesse der Großgrundbesitzer nicht mehr ertragen. Aus diesem Grund werden wir uns auf die Straßen stellen, werden öffentliche Plätze besetzen, werden für sie all schreien, und ihrer Stimme Gehör verschaffen. Den wir können nicht einfach unsere Hände kreuzen und zusehen wie unser geliebtes Land Mato Grosso do Sul mit dem Blut unserer unschuldigen indigenen Brüder und Schwester getränkt wird.

Unterzeichnen:

Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra – MST

Central Única dos Trabalhadores – CUT

Confederação Nacional dos Trabalhadores em Educação – CNTE

Federação dos Trabalhadores em Educação de Mato Grosso do Sul – FETEMS

Coletivo Terra Vermelha

Movimento de Luta Camponesa Pela Reforma Agrária – MCLRA

Federação dos Trabalhadores na Agricultura do Estado de MS – Fetagri

Centro de Ecumenico Estudos Bíblicos – CEBI

Rede Nacional de Advogadas e Advogados Populares – Renap

Centro de Documentação e Apoio aos Movimentos Populares – CEDAMPO

Tribunal Popular da Terra – TPT

Partido Socialista dos Trabalhadores Unificado – PSTU

União da Juventude Comunista – UJC

Partido Comunista do Brasil – PCdoB

Conselho Terena

Movimento das Mulheres Camponesas – MMC

Centro de Defesa dos Direitos Humanos Marçal de Souza Tupã y – CDDH

Irmãs Catequistas Franciscanas

Sindicato dos Bancarios de Campo Grande e Região

Sindicato dos Trabalhadores Públicos Federais em Saúde, Trabalho e Previdência Social – SINTSPREV / MS

Comissão Pastoral da Terra – CPT

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