Blacklist Sklavenarbeit – von Belo Monte bis Olympia

Erntehelfer beim Mittagessen (Foto: João Zinclar)
Erntehelfer beim Mittagessen (Foto: João Zinclar)

Ich weiss nicht wie ihr es empfindet, aber ich habe das Gefühl, dass wir in einer Zeit leben in der uns tagtäglich immer mehr Informationen überspülen und es immer schwieriger wird den Überblick zu bewahren. Zeitgleich werden uns allerdings von der Politik, den Medien und der Wirtschaft wichtige Informationen und kritische Blicke bei heiklen Themen vorenthalten.

Zum Glück funktioniert dies nicht immer!

Bereits zum dritten mal, ist es gelungen anhand des bestehenden Auskunftsrechtes die aktuelle Liste der Unternehmen und Grossgrundbesitzer die wegen Sklavenarbeit oder unwürdigen Arbeitsverhältnissen zwischen Dezember 2013 – Dezember 2015 für schuldig gesprochen wurden, zu veröffentlichen.

Die Informationen der 340 Namen zählenden Liste wurde vom Arbeits- und Sozialministerium nach Anfrage der ONG Reporter Brasil und InPACTO (Institut des Nationalen Paktes für Beseitigung der Sklavenarbeit) zusammengestellt. Dies ist ein wichtiger Erfolg, denn die brasilianische Bevölkerung verdient es von offizieller Hand zuverlässige und kostenlose Informationen zu bekommen.

Allein im Jahr 2015 konnten im Bundesland Bahia mit unserer Mithilfe 372 Menschen aus so einer Situation befreit werden. Auf ganz Brasilien gerechnet kam es zwischen 2011 und 2014 sogar zu 2260 Befreiungen von Menschen aus der Sklavenarbeit. Vorallem sind junge Männer die auf Fazendas oder am Bau um Arbeit suchen davon betroffen.

Übrigens ist es der brasilianischen Baubranche, verantwortlich für Olympia, die Fussball-WM, den Bau von Belo Monte, der Flussumleitung des São Francisco-Flusses und vieles mehr, zu verdanken dass die brasiliansche Regierung seit Ende 2014 diese „schmutzige Liste“ nicht mehr veröffentlichen darf. Der Oberste Gerichtshof hat, nach Klage der Abrainc (brasiliansicher Verband von 26 Baufirmen und Immobilienmaklern) die Verfassungmässigkeit dieser Liste in Frage gestellt, und durch eine einstweilige Verfügung die Veröffentlichung verhindert.

Ein klarer Fall von Zensur. Die brasilianische Gesellschaft – vielmehr die ganze Welt – hat ein Recht auf diese Informationen.

Die „schmutzige Liste“ ist die einzige Quelle ist, um über diesen bis heute verbrecherischen und absolut unmenschlichen anhaltenden Umgang mit „MitarbeiterInnen“ zu erfahren und vielleicht sogar zu einem konsumkritischeren Verhalten zu führen – oder die Olympischen Spiele mit anderen augen zu sehen.

Die gesamte Liste mit den 340 Name gibt es hier:

listadetransparencia_fevereiro2016

Deine Spende an die CPT hilft uns dabei den Unterdrückten Brasiliens zur Seite zu stehen. Danke!

Hypo Bank Höchst, Spendenkonto Brasilien – IBAN AT65580000053645126/ SWIFT-Code: HYPVAT2B

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