Schlamm, der tötet!

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Foto: Joka Madruga

Wer erinnert sich noch an die schockierenden Nachrichten, die am 5. November 2015, am Tag des größten sozialen und Umwelt-Verbrechens Brasiliens, bei Mariana, Minas Gerais, auf der ganzen Welt durch die Presse gingen? An diesem Tag, als das Berwerkdeponiebecken der Firma Samarco – im Besitz von Vale und BHP Billiton – brach, überfluteten 62 Mio. Kubikmeter giftigen Schlamms den Fluss Rio Doce (=Süßer Fluß), sowie gesamte Dörfer. 19 Menschen kamen dabei ums Leben.

Wie sieht heute, ein Jahr später, die Situation jener betroffenen Menschen aus?

Gemeinsam mit meinem Freund und Fotografen Joka Madruga werde ich die nächsten drei Wochen den Weg des Schlammes zurückverfolgen. Wir werden bei den Fischern im Dorf Regência, an der Flussmündung des Rio Doces starten und anschliessend mit dem Auto und Boot die fast 600km flussaufwärts Richtung Bento Rodrigues, im Bezirk Mariana, zurücklegen. Abschliessend, am Jahrestag, dem 5. November 2016, werden wir uns der Versammlung der Bewegung der Staudammbetroffenen und den Diözesen anschliessen und in Bento Rodrigues eine erste Ausstellung des gesammelten Material präsentieren.

Auf diesem Weg werden wir die Geschichten der Zurückgebliebenen, die vielfach alles verloren haben und kaum Möglichkeit haben zu Wort zu kommen, mit Bild und Wort registrieren. Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, über ihre Schwierigkeiten, Sorgen und aktuelle Situation zu berichten. Aber auch den unmenschlichen Umgang des für das Verbrechen verantwortlichen Bergbaukonzernes, aufzuzeigen. Mit der Dokumentation der aktuellen Situation hoffen wir etwas dazu beitragen zu können, dass dieses schreckliche Umwelt-Verbrechen und ihre Opfer nicht in Vergessenheit geraten und die Rechte der Betroffenen nicht einfach ignoriert werden.

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Foto: Joka Madruga

Im Anschluss werden wir aus dem gesammelten Material eine Fotoausstellung und einen Dokumentarfim erstellen. Somit sollen auch andere Dörfer und die Zivilgesellschaft – es gibt derzeit insgesamt 180 weitere Bergwerkdeponien in Brasilien, die ein ähnliches Risiko darstellen – die Möglichkeit haben, sich zu informieren und sich eine Meinung zu bilden, ob die Ausbeutung der Natur um jeden Preis gerechtfertigt ist.

Im nächsten Jahr wollen wir dann mit der fertigen Ausstellung und Doku zurückkehren in die Dörfer und Städte entlang des Rio Doce Flusses. In diesem zweiten Teil ist es uns wichtig, der Bevölkerung diese Bilder und Dokumentarfilm auf öffentlichen Plätzen zu präsentieren und so vielleicht zu einer besseren Vernetzung unter den Betroffenen beizutragen.

Unterstützt wird unser Projekt durch die Zusammenarbeit mit der Diözese Colatina (Espirito Santo), Erzdiözese Mariana (Minas Gerais), CPT, Terra Sem Males, MAB, Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie der Dreikönigsaktion (=DKA).

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Da bis zu diesem Moment allerdings nur ein Teil der gesamten Kosten abgedeckt ist, sind wir auf weitere Unterstützung angewiesen. Dabei geht es allerdings nicht nur um finanzielle Mittel, sondern auch um die Übersetzung und Publikation der gesammelten Informationen.

Falls Du/ Ihr Interesse habt unser Projekt zu unterstützen, dann bitte ich Euch um eine Nachricht oder Überweisung auf das unten angeführte Konto:

Hypo Bank Höchst

Spendenkonto Brasilien/ Landpastorale – Thomas Bauer

IBAN AT655800000536495126

BIC/SWIFT-Code: HYPVAT2B

Wer uns die nächsten Tage begleiten möchte, der hat auf unserer Facebook-Seite: LamaqueMata/ SchlammderTötet/ MudthatKills die Möglichkeit dazu.

Vielen Dank!

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2 Kommentare zu “Schlamm, der tötet!

  1. Übersetzen und Publikation können wir (Berna und ich ) uns vorstellen. Finanziell sind wir unserem Mura-Piraha Projekt (seit 20 Jahren) verpflichtet.
    Wünschen euch gute Arbeit mit dem Projekt. Es gibt momentan so viele „Baustellen“ in Brasilien – leider immer noch. Ich glaube eine der größten ist zur Zeit die
    politische.
    abracos
    Reinhart und Berna

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