Fotostrecke unserer 38° Wallfahrt in Bom Jesus da Lapa, Bahia

Kreuzweg während der Wallfahrt

Kreuzweg während der Wallfahrt

Die seit 38 Jahren jährlich stattfindende Wallfahrt in Bom Jesus da Lapa am Ufer des São Francisco-Flusses, ist ein religiöses Treffen an dem tausende Menschen teilnehmen. Diese von uns, der Landpastoralkommission Bahia gemeinsam mit den Diözesen Bom Jesus da Lapa, Barreiras, Barra, Irecê, Vitória da Conquista und Caetité organisierte Wallfahrt ist die älteste dieser Art in Brasilien. Es ist ein einzigartiger Raum, in dem die Religiösitat, der Glaube vermischt mit den Alltagsfreuden und Sorgen der jeweiligen Lebenssituation jedes einzelnen vermischt wird und die Reflexionen der einfachen auf dem Land lebenden Bauern und Bäuerinnen in den Gewölben der Felsen zu hören sind. Der Schwerpunkt liegt dabei immer beim Schutz, der Verteidigung des Landes und der bewohnten Territorien, der Wasserquellen und Flüsse sowie dem Leben in Einklang mit Mensch und Natur. Dieses Jahr hatte ich die Ehre – oder Verantwortung – unsere Wallfahrt in Bildern festzuhalten die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Ihr findet die selben unter dem unten angeführten link:

Fotostrecke unserer 38° Wallfahrt in Bom Jesus da Lapa – Bahia

A curandeira

A curandeira

Laut einem Anrainer beherbergte dieses Haus in Caatinga de Moura (Bezirk Jacobina, BA) eine weit bekannte “Curandeira” (Heilerin) die bereits vor einigen Jahren verstarb. Mit der Zeit viel ihr Haus der Sonne, dem Wind und Regen zum Opfer und stürzte in sich zusammen. Aus Ehrfurcht und Anerkennung sammelten die Nachbarn die Gegenstände des Altars, die sie noch im inneren des Hauses vorfanden, und reihten sie anschliessend auf den noch übrigen Lehmziegeln der vorderen Hauswand auf.

der Bauchbaum – „a barriguda“

P1100608 P1100609

Der Bauchbaum (=a barriguda) ist ein Symbol mitten in der reichen Vegetation des weissen Waldes (=Caatinga) im halbtrockenen Hinterland von Bahia. Symbol deshalb, da seine Rinde, Blätter und Blüten vielfältig verwendbar sind. Aus der Rinde wird ein Hausmittel gegen Leberentzündungen hergestellt. Aber auch der Wattebausch der die Samen umgibt ist vielfältig nutzbar. So zum Beispiel wird er für das Stopfen von Matratzen, Kissen und Decken verwendet. Kurz nach der Regenzeit präsentiert sich der Baum von seiner schönsten Seite. Dann nämlich steht er majestätisch in voller Blütenpracht mit seinem ganz eigenen Aroma in der Landschaft und man könnte stundenlang davor innehalten.

die Caatinga (=weißer Wald)

P1010301 P1010837

Jedes Jahr, kurz nach Beginn der Regenzeit, beschenkt uns die Natur mit dieser wunderschönen Transformation. Die Caatinga (=weisser Wald, das Wort kommt aus der Sprache der Tupi), lässt in den heissen und trockenen Monaten alle ihre Blätter fallen um die Erde und Humusschicht vor der Sonne und dem austrocknen zu schonen, verändert sich explosionsartig. Spätestens drei Tage nach den ersten Regengüssen verwandelt sich diese typische Vegetation – die nur hier bei uns in dieser Art und Weise vorkommt – des semi-áriden Hinterlandes im Nordosten und präsentiert sich in seiner Farben- und Blumenpracht, sowie unzählbaren Gerüchen. Es ist jedes Mal ein fast unbeschreibliches Spektakel, aber wer es einmal miterleben durfte wird es mit Sicherheit nie mehr vergessen! Leider wurde über die Hälfte dieser äusserst sensiblen Vegetation bereits Opfer der sich ständig weiter expandierenden Agrarrindustrie, den neuen Bergbauprojekten und riesigen Windparkprojekten. Dies führt zu katastrophalen Folgen für Mensch und Natur, den in mehreren Teilen und Landstrichen hat bereits ein Verwüstungsprozess begonnen der kaum noch zu stoppen ist.

die Sertão, ein Plastikmeer

offene Mülldeponie im Dorf Lage dos Negros, Bezirk Campo Formoso (Bahia) im Salitre-Flusstal. Dieses Flusstal mit seiner Geschichte, Leuten, Kultur, Potentialen und Problemen sind übrigens Thema meiner nächsten Doku. Die Dreharbeiten sind dabei fast abgeschlossen, nun geht es an die Auswahl des Materials und den Schnitt.

Mülldeponie_Lage dos Negros

ein Haus im nirgendwo…

P1030479

immer wieder stosse ich, wenn ich durch die sertão (typische Vegetation im halbtrockenen Hinterland des Nordostens) fahre und die Bauernfamilien besuche, auf bereits verlassene, zum Teil verfallene alte Häuser. Vielfach befällt mich dann eine grosse Neugier und der Wunsch stehen zu bleiben. Wie viel Geschichte, Erfahrungen und Generationen schlummern wohl in so einem Haus. Warum sind sie weggezogen, wo sind die jungen Leute? Hatten sie nicht ausreichend Land um zu bewirtschaften? Waren es die langanhaltenden Dürreperioden die sie zwangen irgendwo anderst ihre Zelte aufzuschlagen?…