What else? In Deinem Nespresso steckt Sklavenarbeit

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Laut dem Bericht „Bitterer Kaffee“ der dänischen NGO DanWatch – verantwortlich für die über sieben Monate andauernden Untersuchungen auf brasilianischen Kaffeeplantagen – verwendet auch Nestlé Kaffeebohnen die unter unmenschlichen oder sklavenähnlichen Verhältnissen geerntet wurden.

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Blacklist Sklavenarbeit – von Belo Monte bis Olympia

Erntehelfer beim Mittagessen (Foto: João Zinclar)

Erntehelfer beim Mittagessen (Foto: João Zinclar)

Ich weiss nicht wie ihr es empfindet, aber ich habe das Gefühl, dass wir in einer Zeit leben in der uns tagtäglich immer mehr Informationen überspülen und es immer schwieriger wird den Überblick zu bewahren. Zeitgleich werden uns allerdings von der Politik, den Medien und der Wirtschaft wichtige Informationen und kritische Blicke bei heiklen Themen vorenthalten.

Zum Glück funktioniert dies nicht immer!

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2015: Sklavenarbeit leider nicht Geschichte

Foto: João Zinclar

Foto: João Zinclar

Diese Woche steht bei uns ganz im Zeichen der Präventivarbeit gegen die leider noch immer vorherrschenden und absolut unmenschlichen sowie erniedrigenden Arbeitsverhältnisse bis hin zur modernen Sklaverei. Allein in den Jahren von 1995 bis 2014 wurden insgesamt über 47tausend Personen aus so einer Situation in ganz Brasilien befreit.

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Beiße nie in die Hand die Dich füttert!

Adriano Kakazu/ Agencia Senado

Adriano Kakazu/ Agencia Senado

Pünktlich zu Jahresbeginn kam es zu der von vielen erwarteten Angelobung der wiedergewählten Präsidentin Dilma und ihrer auserkorenen Minister_innen. Darunter auch die viel umstrittene neue Agrarrministerin Kátia Abreu – die wegen ihrer rücksichtlosen Vorgehensweise gegenüber Mensch und Natur im Jahr 2012 von Greenpeace zur „Miss Motorsäge“ gewählt wurde. Einigen von Euch bereits aus meinen älteren Beiträgen bekannt.

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Die grossen Verlierer der Wahl: die Indigenen, die Quilombolas, die Bauern, die Landlosen…

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Noch gilt es die Stichwahl Ende Oktober zwischen Dilma und Aécio abzuwarten, doch längst ist klar, dass einmal mehr die Indigenen Völker, die Quilombolas, die Bauern und Landlosen die großen Verlierer dieser Wahlen sind.

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Kongress beschließt Enteignung von Land und Immobilien als Strafe für Sklavenarbeit!

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Mit den Worten, es war ein “geschichtsträchtiger Moment”, wurde diese Woche, die längst überfällige Abstimmung der Senatoren mit insgesamt 59 Stimmen (von 81) zugunsten der Beschlagnahme der Fazendas oder Betriebe auf denen Sklavenarbeit vorherrscht kommentiert. Die beschlagnahmten Gebiete sollen landlosen Bauern oder für geförderte Wohnbauprogramme genutzt werden.

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Modeunternehmen ZARA in zweiter Instanz wegen sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen in Brasilien verurteilt!

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Eines der größten Modeunternehmen der Welt – das spanische Modeimperium ZARA, wurde im August nach einer Untersuchung der Mitarbeiter des Arbeitsinspektorates aufgrund von schweren Verstößen der arbeitsrechtlichen Normen verurteilt. Damals wurden 15 bolivianische ArbeiterInnen aus sklavenähnlichen und absolut entwürdigenden Arbeitsverhältnissen aus den Nähstuben in der Stadt São Paulo befreit. Die versuche des Unternehmens dieses Urteil anzufechten und aufzuheben hat fehlgeschlagen. In seiner Entscheidung bestätigte der Richter Alvaro de Oliveira Simses Emanuel, vom 3. Arbeitsgericht in São Paulo das Urteil.

Das Modeunternehmen ZARA hatte Einspruch erhoben und behauptet von diesen Arbeitsbedingungen nichts gewusst zu haben, da sie die Produktion an die Firma AHA ausgelagert hatten. In seiner Entscheidung betonte der Richter, das die Modefirma die volle Verantwortung dafür zu tragen hat. Weiters kritisierte es den Versuch sich aus der Affäre zu ziehen und klassifizierte die Argumente als eklatanten Betrug.

Laut dem ZARA – Vertreter Raúl Estradera wird das Modeunternehmen die Entscheidung nicht akzeptieren und versuchen auf nächster Instanz das Urteil zu stürzen. Vorerst allerdings muss das Modeimperium neuerlich damit rechnen auf der „lista suja“ (=dreckige Liste), erstellt vom brasilianischen Arbeitsministerium, angeführt zu werden. Dort befinden sie sich übrigens in guter Begleitung, den insgesamt zählt die Liste 579 Firmennahmen.

11 Mitarbeiter einer italienischen Reederei wurden in Salvador befreit

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Beamte des Arbeitsinspektorats haben letzte Woche auf dem Kreuzfahrtschiff MSC Magnifica 11 Mitarbeiter aus sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen befreit. Auf die Spur sind sie der italienischen Reederei nach einer anonymen Anzeige gekommen. Die Untersuchungen haben in Santos – São Paulo begonnen, und als der Kapitän mit dem Kreuzfahrtschiff im Hafen von Salvador – Bahia angedockt hat, wurde er samt Crew und 3.323 Passagieren bereits von den Beamten samt Polizei erwartet.

Von Seiten der Arbeitsinspektoren heisst es, das die Mitarbeiter gezwungen wurden über 11 Stunden pro Tag zu arbeiten und zusätzlich Mobbing sowie sexueller Belästigung und Demütigungen ausgesetzt waren. Dies wird allerdings von der MSC, ein weltweit führendes italienisches Unternehmen, bestritten. Sie behaupten das ihre Arbeitsverträge anhand internationaler Vereinbarungen abgeschlossen wurden und sie somit nicht dem Arbeitsrecht des jeweiligen Landes unterliegen.

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Die befreiten Mitarbeiter wurden in einem Hotel in der Stadt Salvador untergebracht und warten nun auf ihren Heimflug, sowie die ausstehenden Zahlungen der Gehälter und Sonderzahlungen. Gegen das italienische Unternehmen wurde von brasilianischer Seite ein Strafverfahren eingeleitet.

Beginn der „Campanha da Fraternidade“ zum Thema: Geschwisterlichkeit und Menschenhandel

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Heute am Aschermittwoch, beginnt für uns in Brasilien nicht nur die Fastenzeit, sondern startet auch die jährliche Campanha da FraternidadeDieses Jahr werden wir uns während der Kampagne mit dem Thema: „Menschenhandel und Versklavung“, unter dem Motto: “Zur Freiheit hat uns Christus befreit” (5.1 Galater), beschäftigen. Diese Kampagne ist eine Initiative der CNBB (brasilianischen Bischofskonferenz) und der Pastorais Sociais. Ziel ist es, jeweils aktuelle Themen und die Problematik aufzuzeigen, sie anzusprechen, die Zivilgesellschaft zum nachdenken zu bringen und gemeinsam Auswege zu finden.

In Brasilien gibt es aktuell insgesamt 241 Routen , davon 131 internationale, über die der Menschenhandel floriert. Vor allem sind dabei junge Frauen betroffen die für sexuelle Ausbeutung in die ganze Welt verfrachtet werden. Aber auch Bauarbeiter und Bauern werden immer wieder Opfer der falschen Versprechungen. Die CPT (=Landarbeiterpastoralkommission) veröffentlicht jährlich eine Statistik mit den aktuellen Zahlen zum Thema. Ausschließlich im Jahr 2012 kam es zu 194 Strafanzeigen, zum grossen Teil durch unsere Mitarbeiter, denen die mobile Gruppe des Arbeitsministeriums nachgegangen sind. Dabei konnten 2.894 Menschen aus dieser absolut unmenschlichen Situation befreit werden.

Die CPT ist übrigens ein Vorreiter was diese Problematik betrifft. Im Jahr 1984 kam es durch unsere Mitarbeiter zur ersten Anzeige im Bundesland Pará. Damals wurden auf der Fazenda Vale do Rio Cristalina, im Eigentum der deutschen Firma VW (Volkswagen) über 800 Landarbeiter unter erschreckenden Bedingungen angetroffen. Trotz des Versuches die Situation zu vertuschen, gelang es über nationale und internationale Anzeigen die Situation publik zu machen und die Landarbeiter zu befreien. In weiterer Folge haben wir dann im Jahr 1996 die Kampagne: „Mach die Augen auf, damit Du nicht zum Sklaven wirst“ ins Leben gerufen. Wir versuchen die Bauern, Bauerngewerkschaften und Partnerorganisationen auf die Problematik aufmerksam zu machen, die Situationen zu schildern und ihnen zu zeigen wie und wo man Anzeigen abgeben kann. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Aufklärungsarbeit! 

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Bis heute gibt es grosse Schwierigkeiten den Anzeigen nachzugehen. Vielfach erfahren und bekommen wir Informationen über die Bauern mit denen wir direkt zusammenarbeiten und die uns ihr Vertrauen schenken. Speziell in den Regionen wo die Agrarindustrie expandiert treffen wir auf die meisten Fälle, den um auf dem Markt zu überleben muss so billig wie möglich produziert werden. Die Logik ist pervers, und je ärmer die Bevölkerung ist, um so leichter ist es sie auszubeuten. Die Strafen halten sich meistens in Grenzen oder viele kommen gar ungestraft davon. In diesem Zusammenhang ist die “lista suja” (=dreckige Liste), erstellt von der brasilianischen Regierung zu erwähnen, die mittlerweile 579 Namen und Firmen zählt. Jeder der auf dieser Liste vermerkt ist, kann nicht mehr auf staatliche Kredite zurückgreifen und muss mit Strafanzeigen rechnen.

Wer mehr über die „Campanha da Fraternidade“ erfahren möchte, sollte sich umbedingt diesen link ansehen:

http://www.cnbb.org.br/campanhas-1/fraternidade/13702-cnbb-disponibiliza-material-da-cf-2014