Brasiliens blutgetränkte Erde

UnknownEigentlich bin ich kein Freund von dieser Art von Fotos. Aber das Jahr 2017 scheint als eines der blutigsten Zeiten in die Geschichte einzugehen seit Ende der brasilianischen Militärdiktatur 1985.

Nach den Massakern in Colniza (09 Ermordete), nach dem blutigen Angriff auf Mitglieder des indigenen Volkes der Gamela Ende April dieses Jahres, bei dem es zu Schußverletzungen kam, einem Indigenen wurden die Hände mit der Machete abgeschlagen, hat die Gewalt einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht: Diesen Mittwoch, 24. Mai 2017, wurden 10 Kleinbauern (09 Männer und 01 Frau) während eines Räumungsbefehl in Pau D´Arco, im amazonischen Bundesstaat Pará, von der lokalen Polizei regelrecht exekutiert.

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Frohe Weihnachten, Feliz Natal

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Was für eine Erleichterung! Als ich dieses Foto von Seu Adelino bei im zuhause geschossen habe, war die Lage sehr angespannt. Seit 13 Jahren hat er und 11 andere Familien ein Stück brachliegendes Land besetzt und fruchtbar gemacht. Am Tag der Aufnahme wurde ihnen der Räumungsbefehl übergeben. Es handelte sich um den insgesamt vierten, ausgestellt vom lokalen Richter in Jacobina. Den Familien war die Hoffnungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Was dann folgte war eine Woche die es für alle Beteiligten in sich hatte. Dank des Einsatzes des gesamten CPT Teams gelang es uns allerdings gemeinsam mit den Familien im letzten Moment den Räumungsbefehl zu suspendieren. Einmal mehr hat sich der Widerstand somit ausgezahlt und dies soll uns Mut geben für das kommende Jahr!

Diene Spende an die CPT hilft uns dabei Menschen wie Seu Adelino zu ihrem Recht auf ein Stück Land zu verhelfen.

Hypo Bank Höchst, Spendenkonto Brasilien – IBAN: AT655800000536495126/ SWIFT-Code: HYPVAT2B

Unterstützung von höchster Stelle! Das Lob ich mir!

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“Die Agrarreform ist nicht nur eine politische Notwendigkeit, sondern auch eine moralische Verpflichtung”. Diese und andere Worte unseres Kirchenoberhauptes Papst Franziskus, ausgesprochen während des gestern zu Ende gegangenen Treffens zwischen ihm und Vertretern_innen der sozialen Bewegungen, Bischöfen und Pastoralmitarbeitern_innen aus aller Welt, werden noch lange nachklingen. Das bisher erste und einzigartige weltweite Treffen dieser Art, mit über 100 Vertretern der sozialen Bewegungen, sowie 30 Bischöfen und 50 Pastoralmitarbeiter_innen, organisiert vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden in Zusammenarbeit mit der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften war für die Teilnehmer_innen ohne Zweifel eine einzigartige Begegnung. Seine klaren Worte und Stellungnahme um sich für die Armen dieser Welt einzusetzen sollen uns allen Mut und Kraft geben in unserer weiteren Arbeit.

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Die Früchte der Arbeit

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Urlaubszeit in Europa, bedeutet für uns hier in Brasilien immer wieder tolle Begegnungen mit Bekannten und Freunden_innen die sich Zeit nehmen um sich dieses faszinierende Land und seine Leute einmal selbst anzusehen. So auch diese Woche, als wir Besuch von unserem langjährigem Projektpartner Josef Gappmaier, sowie zwei mit ihm angereisten Ehepaaren, Hans und Gertrud sowie Günther und Susanne, erhielten. Nachdem sie während zwei Wochen verschiedene Sehenswürdigkeiten erkundeten, waren sie diese Woche zum Abschluss ihrer Reise noch bei uns auf Besuch.

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Landbesitz als Schlüssel zur Selbsthilfe

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Die katholische Landpastorale im Brasilianischen Nordosten (=CPT) will Kleinbauern der ärmsten und trockensten Region des Landes eine Perspektive geben. Nur ausreichender Landbesitz sowie eine lokal angepasste und nachhaltige Landwirtschaft können dies ermöglichen.

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wie lange müssen wir noch warten?

Heute war ich wieder einmal auf Besuch bei den Familien im Landbesetzungsgebiet Pilões, Bezirk Jacobina. Gemeinsam haben wir in der monatlich stattfindenden Vollversammlung des Verein ihre derzeitige Lage besprochen.  Die mehr wie zwanzig Familien, haben sich vor Jahren gefunden um diese brachliegende Fazenda über die Agrarreform für sich einzufordern.

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Laut der brasilianischen Verfassung, sollte ein Grossgrundbesitz der über 5 Jahre brach liegt, wenn er von landlosen Bauern beansprucht wird, vom Staat enteignet werden. Dem ist allerdings nicht so, obwohl es keine Zweifel gibt das die Kleinbauern fast 80% der Grundnahrungsmittel in Brasilien produzieren.

Trotz der Begutachtung des Landes durch die Beamten der zuständigen Behörde, und ihres offiziellen Bericht in dem sie klar darauf hinweisen das dieses Gebiet brach liegt, zieht sich der Enteignungsprozess schleppend dahin. Die Familien haben aber keineswegs, trotz unzähliger Einschüchterungsversuche der ehemaligen Besitzer über die Jahre nie den Mut verloren. Mittlerweile haben sie bereits einige Häuser sowie Zisternen aufgebaut und sind stolz auf ihre Produktion. Sie versorgen sich so gut wie selbst und bieten den Überschuss auf dem Wochenmarkt in der Stadt Jacobina an.

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Es ist wirklich bewundernswert wie alle in den mehr wie zehn Jahren noch nie die Geduld verloren haben. Sie setzen sich weiterhin für ihre Rechte ein, bebauen das fruchtbare Gebiet und glauben an eine bessere Zukunft. Hoffentlich werden sie bald für ihre Ausdauer belohnt und können definitiv Wurzeln schlagen auf diesem Stück Land.