Demarcation NOW!

Über 25 Brasilianische Künstler/Innen machen sich mit diesem absolut sehens- und vor allem hörenswerten Lied stark für die Rechte der Indigenen Völker ihres Landes. Dabei geht es um den Rechtsanspruch auf ihre Territorien, ein in der Verfassung garantiertes Recht, das die Regierung jedoch illegitimerweise ignoriert.

Zu viele Indigene habe schon ihr Leben im Überlebenskampf um ihrer Territorien verloren, daher: DEMARCATION NOW!

Soja: der Fleisch gewordene Wahnsinn

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Soja: Der Fleisch gewordene Wahnsinn

In Österreich essen wir pro Kopf und Jahr mehr als 60 Kilo Fleisch. Doch der hohe Fleischkonsum hat global gravierende Folgen: Das Futter für Rind, Schwein, Geflügel & Co verbraucht zwei Drittel aller fruchtbaren Flächen weltweit. Die EU importiert einen großen Teil der benötigten Futtermittel wie Soja aus anderen Weltgegenden. Welche Folgen der Soja-Boom in den Herkunftsländer hat, zeigt Thomas Bauer in seinem Film am Beispiel Brasiliens auf. Er besucht Kleinbauern, die wegen der riesigen Gensoja-Plantagen ihr Land verloren haben und spricht mit Indigenen, die unter den Folgen der großflächig versprühten Gifte leiden. Zu Wort kommen auch ein Arzt und ein Staatsanwalt, die sich gegen alle Widerstände für die Leidtragenden einsetzen. Doch auch in Österreich profitieren die wenigsten Landwirte von einem Agrarsystem, das von ihnen verlangt, immer mehr und immer billiger zu produzieren. Wie es auch anders gehen kann, zeigt der Hofbesuch eines Biobauern in Oberösterreich. In beeindruckenden Bildern spannt der Film einen globalen Bogen von Brasilien nach Österreich regt zum Nachdenken über das gegenwärtige Handelssystem an. – Christian Köpf/ Welthaus Graz

Filmpremiere am 13. März 2017, 18:30 – Filmzentrum Rechbauerkino

Uran für Strom und Acker – Brasiliens zweite Uranmine bedroht Kleinbauern im Bundesstaat Ceará

Die Sonne steht bereits weit über dem Horizont als ich mich nach gut zwei Stunden Fahrtzeit, über einer staubaufwirbelnden schlechten Landstrasse, dem Dorf Morrinhos nähere. Morrinhos liegt inmitten eines Seitental, die Vegetation ist geprägt durch die bereits Jahre anhaltende Trockenheit. Obwohl, erzählt mir Seu Chicho, mein Begleiter: “Hier entspringen drei der wichtigsten Flüsse des Bundeslandes Ceará, der Aracaú, der Curú und der Barnabuiú.” Durch den ausgebliebenen Regen der letzten Jahren, sammelte sich in ihren Flussläufen allerdings schon lange kein Tropfen Wasser mehr.

IMG_9737Kurz vor der Ankunft im Dorf Morrinhos bleiben wir auf einer kleinen Anhöhe stehen. Seu Chico bittet mich auszusteigen. Genau dort – und er zeigt über das mit nur spärlichem Nass gefüllten kleinen Staubecken Quixaba – soll die neue Mine entstehen. Weniger als vier Kilometer vom Dorf entfernt. “Ich selbst war einer der grossen Befürworter der Mine. Sie haben uns Arbeit und bessere Lebensqualität versprochen. Wer will das nicht? Seitdem ich allerdings durch Euch (CPT – Landpastoralkommission), die Möglichkeit hatte, während eines Besuches in Caetité die vom Uranabbau betroffenen Familien zu besuchen habe ich meine Meinung radikal geändert.” Heute, so erzählt man sich im Tal, ist Seu Chico einer der grössten Widerstreiter des Projekts.

Das neue Minenprojekt im Bezirk Santa Quitéria, 250 Kilometer von Fortaleza entfernt, im Bundesland Ceará, beinhaltet eine gross angelegte Mine, in der jährlich 800 Tonnen Urankonzentrat, sowie grosse Mengen von Phosphat abgebaut werden sollen. Die für das Projekt Verantwortlichen sind die staatliche Atomfirma Indústrias Nucleares do Brasil, kurz INB, sowie die Galvani, einer der grössten Düngemittelproduzenten Brasiliens, mit ihrem mehrheitlichen Aktionär, dem norwegischen Konzern Yara.

planta Santa Quitéria

In Morrinhos angekommen werde ich herzlich von den restlichen Dorfbewohnern begrüsst. Einige kenne ich bereits von damals, als sie an dem von uns organisierten Besuch bei den von der Uranmine in Caetité, Bahia (habe hier schon mehrmals darüber berichtet und es gibt ein Video über die Situation) betroffenen Familien teilgenommen haben. Gemeinsam essen wir zu Mittag und sie erzählen mir, wie sie damals in den 1990er Jahren nach langem Widerstand und viel Ausdauer, dieses Gebiet über die Agrarreform vom brasilianischen Staat zugesprochen bekommen haben.

Seit damals hat sich viel verbessert. “Heute leben wir alle in gut gemauerten Häusern, haben unsere Regenwasserzisternen, bebauen unsere Felder und züchten Rinder, Ziegen und Schafe”, sagt Dona Maria. Stolz zeigen die Kleinbäuerinnen und -bauern von Morrinhos mir ihre Produktion der letzten Monate. Es fehlt nicht an Bohnen, Mais, Gemüse und Fleisch. Trotzdem sind in den letzten Jahren auch einige abgezogen, denn das Leben unter diesen Bedinungen hier ist hart. Vor allem das nicht ausreichend vorhandene Wasser bringt viele immer wieder in grosse Schwierigkeiten. Heute noch – nach gut 20 Jahren – sind die knapp 50 Familien abhängig von der Versorgung durch zusätzlich 28 Wassertankwagen pro Monat. Die PolitikerInnen haben ihr Versprechen, eine Wasserleitung zu bauen, noch immer nicht eingehalten.

Nun soll hier ein neues Bergbauwerk aus dem Boden gestampft werden. Seit 1975 gibt es hier Probebohrungen, doch die Bevölkerung wurde nie wirklich informiert, über welche Mineralien es sich handelte. Erst im Jahr 2008, als offiziell bekannt wurde, dass ab 2013 hier Urankonzentrat gefördert werden sollte, kamen Bedenken auf und es formierte sich der erste Widerstand.

Widerstand, der sich in den letzten Jahren unter Mithilfe der CPT gut vernetzt und organisiert hat. Vor allem den StudentInnen und ProfessorInnen der öffentlichen Universität Ceará, organisiert im Núcleo TRAMAS, ist es zu verdanken, dass heute viele notwendige Informationen unter der Bevölkerung gestreut sind. Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung wurde die damals vorgelegte Umweltverträglichkeitsprüfung analysiert und anhand der Ungereimtheiten, und von denen gibt es einige, Proteste eingelegt.

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So zum Beispiel war in der öffentlichen Anhörung, wo die Umweltverträglichkeitsprüfung von den Verantwortlichen präsentiert wurde, nur von 16 betroffenen Dörfern die Rede. Nach genauerer Untersuchungen handelt es sich laut Rafael, einem der Studenten des Núcleo Tramas, allerdings um weit mehr. Denn insgesamt sind die BewohnerInne von 156 Dörfer direkt betroffen. Schlimmer noch: “Drei der grössten Flusstäler sind vom Projekt betroffen. Quer durch das Staubecken Quixaba soll eine über 90 Meter hohe Staumauer für das Abwasserbecken errichtet werden und für den Betrieb sind Wassermengen von gegenwärtig 115 Wassertankwagen pro Stunde erforderlich”, erzählt er im Interview.

Besonders verunsichert die Bevölkerung aber die zuvor stehende radioaktive Belastung. In diesem Zusammenhang geht es allerdings nicht nur um die Radonbelastung in der Luft, die sich auf den Dächern und Felder ablagert und somit ins Trinkwasser gelangen könnte. Denn auch das Phosphat für den Düngemitteleinsatz soll aus dem gleichen Gestein mit dem Namen “colofanito uranífero” gewonnen werden. Die Trennung des Urans und Phosphat wird durch den Einsatz von grossen Mengen der äußerst agressiven Schwefelsäure ermöglicht. Die ersten nicht-industriellen Versuche, durchgeführt in der Universität von São Paulo (USP), wurden mittlerweile wegen der Kontaminierung und extrem giftiger Abwässer wieder abgebrochen.

In diesem Zusammenhang ist noch nicht genau klar, mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist. Allerdings, wenn man sich vorstellt, dass in Zukunft die Agrarwirtschaft in Brasilien grossflächig Düngemittel und Tierfutter einsetzen wird, die “radioaktives” Phosphat beinhalten, ist dies mit Sicherheit sehr bedenklich. Weiters gibt es in diesem Zusammenhang auch gesetzliche Vorschreibungen, die von den Verantwortlichen umgangen werden. Den laut brasilianischer Verfassung darf Uran nur von einem staatlichen Unternehmen, in diesem Fall der INB, abgebaut werden. Allerdings soll laut der Umweltverträglichkeitsprüfung der Separationsprozess von Uran und Phosphat vom privaten Konzern Galvani (Yara) übernommen werden. Wenn dies der Fall wäre, würde dies eindeutig gegen die eigene Verfassung verstossen.

Trotz aller Unklarheiten und ausstehenden Antworten soll nun im August die erste Stufe des Lizenzverfahrens durchgehen. Der Bevölkerung ist allerdings bewusst, das dies nur ein Etappensieg für die Konzerne und brasilianische Regierung wäre, denn so einfach lassen sich die AnwohnerInnen nicht unterkriegen.

Apikay wird geräumt!

Als ich vor ein paar Monaten dieses von den Guarani-Kaiowá wiederbesetzte Gebiet gemeinsam mit unseren Projektpartnern der DKA Christian Herret und Angela Kemper und einem österreichischen ORF-Team besuchte, war ich schockiert vom dem was ich gesehen habe. Die neun Familien lebten unter unmenschlichen Verhältnissen ohne Zugang zu Wasser, Wald, Bildung, Gesundheit,… neun Menschen wurden bereits Opfer und sind an Ort und Stelle gestorben – acht Personen wurden schlichtweg am Strassenrand überfahren und eine weitere Person vergiftet durch die Pestizide die auf den Plantagen rund ihr Zeltlager verwendet wurde … nun wird dieses Gebiet neuerlich durch die Polizei geräumt, es ist einfach zum schreien, obwohl ich aus meiner Erfahrung weiss das dies hier in Brasilien tagtäglich vorkommt.

Fotos: CIMI und Natanel Vilharva Caceres

 

Damiana findet keinen Frieden

Zeltlager

Einmal mehr droht den Familien rund um die bescheidene, niemals aufgebende hagere Schamanin Damiana, die Vertreibung! Laut der ausgestellten Verfügung müssen sie binnen fünf Tagen nach Erhalt des Räumungsbefehles ihre Siedlung, das Land ihrer Ahnen, verlassen.

Ich kann mich noch gut erinnern als ich im letzten November, an einem furchtbar feucht-schwülen Tag in der ärgsten Mittagshitze das indigene Gebiet Apyka’iTekoha, im Bezirk Dourados in Mato Grosso do Sul betrat. Der trostlose Anblick des einfachen Zeltlagers, der insgesamt neun Familien die unermüdlich aushaarten, war für uns Alle – ich war unterwegs mit Angela Kemper und Christian Herret von unserer Partnerorganisation der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und des steirischen ORF Teams, verantwortlich für den am Neujahrstag ausgestrahlten Film: Hilfe unter gutem Stern – Hinter Brasiliens Kulissen –  keine einfache Sache.

Damiana und die Familien leben hier auf diesem von ihnen wiederbesetzten Gebiet, eingekreist zwischen den ins unendlich reichenden Zuckerrohrfeldern der Firma Bumlai. Der Zuckerbaron José Carlos Bumlai des Agrartreibstoffunternehmens ist ein persönlicher Freund des brasilianischen Ex-Präsidenten Luis Inacio “Lula” da Silva und hat sich in selbstverständlicher Manier über das indigene Territorium der Guarani-Kaiowá ausgebreitet.

Damiana

“Die Zuckerrohrplantagen behindern uns. Und wir haben keinen Platz, um zu pflanzen. Weil alles voll mit Zuckerrohr ist. Zuckerrohr hat keinen Wert für uns Indigene. Den Weißen bringt es was. Den Indios nichts. Wer keine Zähne hat, der kann nicht einmal ins Zuckerrohr beißen.” erzählt uns Damiana während wir den lokalen Friedhof aufsuchen. Der Friedhof ist voll mit ihren Liebsten. Acht Familienangehörige mussten in dem Konflikt bereits ihr Leben lassen, wurden für das Zuckerrohr getötet. Ihre Hütten wurden in Brand gesetzt, ihr Trinkwasser ist durch Pestizide vergiftet. Trotzdem betont Damiana: “Warum soll ich von hier wieder weg, ich geh nicht wieder weg, das ist ein altes indigenes Gebiet, die Wurzeln meines Vaters sind hier. Und ich will in der Nähe meines Vaters bleiben.Ich werde von hier nie mehr weg. Warum auch?”

Doch neuerlich scheint, dass der Bundesrichter Fábio Kaiut Nunes – trotz des bereits eingeleiteten Verfahrens der Indigenen auf Anspruch auf das Land ihrer Ahnen – ohne den Einspruch der Staatsanwaltschaft zu respektieren, einen weiteren Etappensieg für die Agrarriesen einfahren wird.

Dies ist allerdings nicht weiter verwunderlich, da es sich um denselben Richter handelt, der vor einiger Zeit einen ähnlichen Prozess einfach mit der Begründung: „ich sehe keine Chance die Verbrechen gegen die Indigenen zu stoppen” einfach annullierte. Ein regelrechter Freibrief für jedes weitere kriminelle Verhalten!

2015 – ein Jahr das schwarz trug

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Das  Jahr 2015 war für uns ein schweres, intensives und vor allem sehr konfliktreiches Jahr. Ein Jahr das regelrecht im schwermetalverseuchten Schlamm, der 19 Menschen in den Tod riss, ganze Dörfer wie Bento Rodrigues und alles was im Weg lag zerstörte, endete.

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Es ist unser Territorium

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Die Klimaanlage im Gerichtszimmer der Stadt Dourados in Mato Grosso do Sul läuft auf Hochtouren. Während, der Assistent die Namen der im Prozess involvierten Personen aufruft, überfliegt der Richter nochmals kurz die Akten des Straffverfahrens. Vorgeladen sind. Angeklagter: Großgrundbesitzer. Kläger: Staatsanwalt der Republik Brasilien. Die Anklage im Strafverfahren lautet: unerlaubter Einsatz von giftigen Pestiziden im Wohngebiet.

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Brasiliens unverzeihbarer Völkermord

Foto: Cris Freitas via CIMI

Foto: Cris Freitas via CIMI

Liebe FreundeInnen,

heute möchte ich Euch diese wichtige Nachricht (die ich aus dem portugiesischen übersetzt habe) die mich über einen meiner Freunde aus Mato Grosso do Sul erreicht hat weiterleiten. Es ist für uns alle wichtig, das diese Situation in der ganzen Welt bekannt gemacht wird. Ich bitte Euch somit sie an Eure FreundeInnen weiterzuleiten und zu -teilen. In der Hoffnung das es uns somit gelingt die brasilianische Regierung und Bevölkerung zum Handeln zu zwingen.

Wir sind alle Indigene. Angesichts der grausamen Völkermorde an den Indigenen Völkern Brasiliens fordern die Sozialen- und Gewerkschaftsbewegungen von Mato Grosso do Sul eine parlamentarische Untersuchungskommission

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Die Zeiten werden härter, die Zahlen werden größer

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Allein im Jahr 2014 waren insgesamt 817.102 Personen in 1.286 Konflikte auf brasilianischem Territorium involviert. Dies sind um 20 Konflikte mehr als im Jahr zuvor. Dabei haben. Dabei haben 36 Menschen (im Jahr 2013 waren es 34) ihr Leben verloren. Die Anzahl von Ermordungen hätte allerdings leicht noch viel höher ausfallen können, denn insgesamt wurden auf zusätzlich 56 Menschen Anschläge verübt.

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Die wundersame Landvermehrung

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Ihr kennt die Geschichte aus der Bibel mit den 5 Broten und 2 Fischen? Wie Jesus damit mehr als 2000 Leute gespeist hat? Ich erzähl euch heute die Geschichte eine wundersamen Landvermehrung. Die allerdings bei weitem nicht so heilig ist, wie das vertraute Gleichnis aus dem neuen Testament.

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