Schlimmer als das 1:7!

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Um ein Trauma zu verarbeiten hilft es ja bekanntlich darüber zu sprechen, oder in diesem Fall schreiben. Dafür braucht man den notwendigen Abstand – “die Zeit soll ja Wunden heilen”- und dies war nach der eklatanten Niederlage der brasilianischen Seleção auch unbedingt notwendig. Allerdings, nach einer kurz andauernden Staatstrauer, scheint das Thema Fussball-WM seit Monaten wie vom Tisch verbannt zu sein.

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Kein Platz am Platz für Rassismus

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Wenn Täter auf frischer Tat ertappt werden, beteuern sie nur allzu oft im selben Atemzug, vielfach unter Tränen wie leid es ihnen tut, dass es gar nicht so gemeint war oder dass es sich schlichtweg um ein Missverständnis handelt. Beliebt ist auch, sich selbst als Opfer darzustellen.

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O rei está nú! oder, das grösste Erbe der Fussball-WM

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Das große Finale kann beginnen: Deutschland : Argentinien! Viele von Euch können es wahrscheinlich kaum erwarten bis zum Sonntag, andere wünschten sich, sie müssten am Samstag nicht mehr spielen.

Allerdings kam es während dieser Tage nicht nur auf dem Rasen zu wichtigen Begegnungen und Entdeckungen. So zum Beispiel wurde ausgerechnet in dem korruptionsverschrienen Brasilien der groß angelegte Ticket-Deal-Skandal aufgedeckt.

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Besetzung der Favela do Maré in Rio de Janeiro

Ich denke das diese Bilder von meinem Freund und ausgezeichneten Fotografen João Ripper keine grossartige Erklärung brauchen. Sie sprechen eine sehr deutliche Sprache! Diese Aufnahmen (05. April 2014) zeigen sehr ausdrücklich wie seit zwei Wochen, mit allen Mitteln versucht wird für „Sicherheit“ zu sorgen in der Favela do Maré. Egal wer dafür den Preis bezahlt, den seit der Besetzung vor zwei Wochen gab es bereits 16 Tote, 08 Verletzte und insgesamt wurden 162 Personen festgenommen.

Herzlich willkommen zur Fussball-WM 2014 in Rio de Janeiro, Brasilien.

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das Fussball-Imperium

Alle die ein bisschen mehr über die Machenschaften, Korruptions- und Schmiergeldskandale der „Show des Herrn Blatter“ und der  FIFA-Funktionäre erfahren möchte sollte sich umbedingt diese ZDF-Doku anschauen! Es geht schon lang nicht mehr um den Sport, sondern ausschließlich um den Gewinn von wenigen Personen die sich im grossen Still bereichern. Dies natürlich auf Kosten der Mehrheit, darunter auch uns.

 

FIFA verbietet populäres São João – Fest in der Stadt Salvador

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Die Situation rund um die Fussball-WM wird, Milde ausgedrückt, immer absurder. Wie einige von Euch vielleicht wissen feiern wir immer Ende Juni das traditionelle São João Fest. Für mich ist es mit dem Erntedankfest, das ich aus meinen Jugendjahren noch in Erinnerung habe, zu vergleichen. Während des Festes, dass sich über mehrere Tage hinzieht, werden Lagerfeuer vor den Häusern angezündet und es gibt die verschiedensten Gerichte aus Mais, Mandiok,… Es wird das Ende der Erntezeit gefeiert. Mit typischen Tänzen, Bräuchen und der Forro-Musik ist es eines der grössten populären Feste im ganzen Nordosten.

Laut der FIFA ist es der Bevölkerung allerdings nicht erlaubt während der Fussball-WM Feste zu feiern. Klar, Feste die nicht von der FIFA und den Sponsoren finanziert sind. In diesem Zusammenhang kam es vor einigen Monaten schon zu Konflikten. Damals hat die FIFA den Baianas den Verkauf ihrer Acarajes (typisches Gericht aus Bohnen in Palmöl frittiert mit Schrimps, Vatapá,…) die man überall in der Stadt antrifft, untersagt. Den wer würde sonst die grauslichen Hamburger von MC Donald´s kaufen.

Für die FIFA ist die Lage klar, den die brasilianische Regierung hat Verträge unterschrieben und die müssen sowie in Südafrika und Deutschland eingehalten werden. Daran führt kein Weg vorbei, auch wenn es um traditionelle Bräuche und Festtage geht. Kurios dabei ist, das der Bürgermeister aus Salvador bereits vor einigen Monaten gross ein Karnevalfest während der selben Zeit angekündigt hat. Somit scheint, das die Voraussetzungen wie schon allseits bekannt nicht für jedermann die selben sind, das letzte Wort spricht dabei allerdings die FIFA aus.

Quelle: Tribuna da Bahia

The show must go on!!!

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Diese Charge von Latuff drückt wohl gut die aktuelle Situation rund um die Fussball-WM sehr gut aus, und passt zu diesem Bericht von The Guardian: „How dos Brazil keep the World Cup party going? Send in the army.“ Den um die Sicherheit der Fussballtouristen aus der ganzen Welt zu sichern, schreckt die brasilianische Regierung vor nichts zurück. Nach dem die Aufräumarbeiten der „Friedenspolizei“ in den Armenvierteln und Favelas nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, muss nun die Armee anrücken. Dabei ist sehr fraglich ob mit diesen Mitteln die Situation zu kontrollieren ist, oder ob sie nicht noch mehr Gewalt und Eskalation schüren.

Den gesamten Beitrag von The Guardian findet ihr unter:

http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/mar/27/brazil-world-cup-army-favellas?CMP=fb_gu

die teuersten knallroten Plastiksessel einer Fussball-WM

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Einige von Euch freuen sich wahrscheinlich schon riesig auf die Fussball-WM die im Juni beginnt. Vielleicht habt ihr die Tickets ja schon in der Tasche, und könnt es kaum noch erwarten durch einen der Eingänge der 12 extra für dieses Großereigniss gebauten Stadion zu spazieren. Einmal in der Arena werdet ihr voller Vorfreude, auf das in kürze beginnende Fussballspiel, über die neuen Stiegen steigen und auf den Tribünen Eure markierten Plätze suchen. Wenn ihr dann auf Euren knallroten glänzenden Stuhl trefft, der für Euch vorgesehen ist, dann nehmt Euch bitte gebührend Zeit. Ihr fragt Euch jetzt vielleicht warum? Aber das ist einfach zu erklären. Ich glaube nämlich kaum, das ihr bis zu diesem Zeitpunkt, jemals auf einem so teuren Plastikklappsessel platz nehmen durftet. Geniesst es, macht es Euch gemütlich unddankt jedem einzelnen in Brasilien gebürtigen Menschen, den seine Steuergelder wurden hier verwendet. Ehre wem Ehre gebührt! Jeder dieser Sessel hat insgesamt R$ 12.123,00,- (€ 4.000,00,-) gekostet, fast doppelt so viel wie bei der WM in Deutschland. Lässt Euch diese Summe auf der Zunge vergehen. Was hätte man mit diesem Geld, in einem Land wie Brasilien an dem es an grundsätzlichen Dingen wie Gesundheitsversorgung und Bildung fehlt, nicht alles verbessern können.

Gesamtkosten der letzten 3 Fussball-Wm´s:

2006 in Deutschland:

Gesamtkosten der 12 Stadions: R$ 4,2 bilhões

Platzangebot: 655 tausend

Kosten pro Sitz: R$ 6.412,00

2010 in Südafrika:

Gesamtkosten der 9 Stadions: R$ 4,15 bilhões

Platzangebot: 591 tausend

Kosten pro Sitz: R$ 7.021,00

2014 in Brasilien:

Gesamtkosten der 12 Stadions: R$ 8,05 bilhões

Platzangebot: 664 tausend

Kosten pro Sitz: R$ 12.123,00

Kulturplatz Brasilien

Erstaustrahlung, Mittwoch, 8. Januar 2014 – Kulturplatz extra aus Brasilien – SRF Kulturplatz Brasilien Die Welt blickt nach Brasilien, wo am 12. Juni 2014 die Fussball-WM angepfiffen wird. Mit dem Aufstieg zur sechstgrössten Volkswirtschaft sind rund 40 Millionen Brasilianerinnen und … Weiterlesen