Ein Stück vom Himmel…zwischen all den Wolken

Grande Plenária da 40° Romaria da Terra e das Águas – Bom Jesus da Lapa/ Bahia

„Wer einen Blick nach Lapa und seinem Bom Jesus wirft, sieht ein Stück vom Himmel, viele Blicke gemeinsam sehen Himmel und Erde gemeinsam.” So lautete das Motto – formuliert vom damaligen Bischof José Brandão und Präsidenten der Landpastoralkommission (CPT) – während der ersten von der CPT organisierten Wallfahrt die im Jahr 1978 an diesem traditionellen Wallfahrtsort stattfand.

Die Inspiration zu dieser Wallfahrt, vielleicht war es sogar die erste Brasiliens, entstand durch ein Gruppe von 120 Bäuerinnen und Bauern die im Jahr davor, zu Fuß über 500km nach Bom Jesus da Lapa gepilgert sind. Es war ihre letzte Hoffnung, nach dem alle anderen Möglichkeiten ihr Land gegenüber den Fazendeiros zu verteidigen, erfolglos geblieben waren.

Damals wie heute – während der nun bereits vierzigsten Wallfahrt mit 6000 Anwesenden in Bom Jesus da Lapa direkt neben dem Flusslauf des São Francisco – treffen sich hier Bäuerinnen und Bauern aus den Basisgemeinden, Mitglieder sozialer Bewegungen, Mitstreiter aus NGO´s und PastoralmitarbeiterInnen aus den umliegenden Diözesen um ihre Sorgen und Hoffnungen vorzutragen. Uns alle eint der Kampf gegen die Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit den aktuellen Land- und Wasserkonflikten und gegen die Menschenrechtsverletzungen.

Während der drei Tage andauernden Wallfahrt, mit Messfeiern, Workshops zu verschiedenen Themen: Land und Territorium, Glaube und Politik, der Wasserproblematik und anderer, gibt es die Möglichkeit sich auszutauschen, Hoffnung zu tanken um so gestärkt durch den Glauben den Alltag besser meistern zu können.

Dies ist vor allem in diesen turbulenten Zeiten, in denen nach dem parlamentarischen Putsch täglich Sozial- und Arbeitsrechte, Rechte die hart erkämpft wurden, beschnitten werden, wichtiger denn je. Hier können die Menschen ihrem Frust und Trauer Ausdruck verleihen, werden von den anderen WallfahrernInnen in ihrem Leid gehört und wir suchen gemeinsam Strategien und Wege für die notwendigen Veränderungen zu finden.

Zu diesen notwendigen Veränderungen kann es allerdings, wie es Bischof João Cardoso aus Bom Jesus da Lapa in einer der Messfeiern verdeutlichte nur kommen wenn: “In einer Zeit in der alle ethischen und moralischen Grundprinzipien von politischen Vertretern und Privatunternehmer über Bord geworfen werden ist es notwendig zuversichtlich zu sein und Hoffnung zu verbreiten. Gemeinsam müssen wir uns einsetzen für grundlegende Veränderungen unsere Lebensweise, unseres Konsums und gegenüber den Machtstrukturen die unsere Gesellschaft regieren.”

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Was ich Glaube

Ich betreue Landlose, sowie vom Landraub und der Umweltzerstörung betroffene Familien im halbtrockenen Nordosten Brasiliens. Es geht dabei um den täglichen Überlebenskampf und der permanenten Angst vor dem Verlust des wenigen das über die Jahre/Jahrzehnte aufgebaut werden konnte. Der folgende Beitrag “Was ich Glaube”, zusammengestellt von Gudrun Lamprecht von der Religionsabteilung des ORF, gewährt einen kleinen Einblick über meine Beweggründe und meine Motivation mich trotz aller Schwierigkeiten, nun bereits über 20 Jahre, für einen gerechtere Welt einzutreten.

http://tvthek.orf.at/index.php/program/Was-ich-glaube/1287/Was-ich-glaube/13353918

Frohe Weihnachten, Feliz Natal

Frohe-Weihnachten-Feliz-Natal-2016

Was für eine Erleichterung! Als ich dieses Foto von Seu Adelino bei im zuhause geschossen habe, war die Lage sehr angespannt. Seit 13 Jahren hat er und 11 andere Familien ein Stück brachliegendes Land besetzt und fruchtbar gemacht. Am Tag der Aufnahme wurde ihnen der Räumungsbefehl übergeben. Es handelte sich um den insgesamt vierten, ausgestellt vom lokalen Richter in Jacobina. Den Familien war die Hoffnungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. Was dann folgte war eine Woche die es für alle Beteiligten in sich hatte. Dank des Einsatzes des gesamten CPT Teams gelang es uns allerdings gemeinsam mit den Familien im letzten Moment den Räumungsbefehl zu suspendieren. Einmal mehr hat sich der Widerstand somit ausgezahlt und dies soll uns Mut geben für das kommende Jahr!

Diene Spende an die CPT hilft uns dabei Menschen wie Seu Adelino zu ihrem Recht auf ein Stück Land zu verhelfen.

Hypo Bank Höchst, Spendenkonto Brasilien – IBAN: AT655800000536495126/ SWIFT-Code: HYPVAT2B

Fotostrecke unserer 38° Wallfahrt in Bom Jesus da Lapa, Bahia

Kreuzweg während der Wallfahrt

Kreuzweg während der Wallfahrt

Die seit 38 Jahren jährlich stattfindende Wallfahrt in Bom Jesus da Lapa am Ufer des São Francisco-Flusses, ist ein religiöses Treffen an dem tausende Menschen teilnehmen. Diese von uns, der Landpastoralkommission Bahia gemeinsam mit den Diözesen Bom Jesus da Lapa, Barreiras, Barra, Irecê, Vitória da Conquista und Caetité organisierte Wallfahrt ist die älteste dieser Art in Brasilien. Es ist ein einzigartiger Raum, in dem die Religiösitat, der Glaube vermischt mit den Alltagsfreuden und Sorgen der jeweiligen Lebenssituation jedes einzelnen vermischt wird und die Reflexionen der einfachen auf dem Land lebenden Bauern und Bäuerinnen in den Gewölben der Felsen zu hören sind. Der Schwerpunkt liegt dabei immer beim Schutz, der Verteidigung des Landes und der bewohnten Territorien, der Wasserquellen und Flüsse sowie dem Leben in Einklang mit Mensch und Natur. Dieses Jahr hatte ich die Ehre – oder Verantwortung – unsere Wallfahrt in Bildern festzuhalten die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Ihr findet die selben unter dem unten angeführten link:

Fotostrecke unserer 38° Wallfahrt in Bom Jesus da Lapa – Bahia

Die Zeiten werden härter, die Zahlen werden größer

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Allein im Jahr 2014 waren insgesamt 817.102 Personen in 1.286 Konflikte auf brasilianischem Territorium involviert. Dies sind um 20 Konflikte mehr als im Jahr zuvor. Dabei haben. Dabei haben 36 Menschen (im Jahr 2013 waren es 34) ihr Leben verloren. Die Anzahl von Ermordungen hätte allerdings leicht noch viel höher ausfallen können, denn insgesamt wurden auf zusätzlich 56 Menschen Anschläge verübt.

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Mit gutem Wasser ist leicht Bier brauen

Quellwasser am Karren, Dornbirn

Quellwasser am Karren, Dornbirn

Etwas auf das ich mich immer sehr freue wenn ich wieder im Ländle (für alle nicht Vorarlberger: gemeint ist das österreichische Bundesland Vorarlberg) zu Besuch bin, ist…. Na wer hat eine Idee? Meinen lieben österreichischen Freundinnen und Freunden – mit denen ich die Freude hatte bei ein paar Bierchen munter über Gott und die Welt zu philosophieren – fällt jetzt sicher als erstes das Bier ein. Damit hat er oder sie aber nur die halbe Wahrheit getroffen, denn es handelt sich natürlich um das gute Wasser. Ja, genau, das gute Wasser. Gibt es etwas Schöneres als ein Glas unter dem geöffneten Wasserhahn mit sauberem erfrischendem Trinkwasser zu füllen?

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Piramaabstinenz hat endlich (das müsst ihr beurteilen) ein Ende!

österreichischen Fahne vor dem Parlament

österreichischen Fahne vor dem Parlament

Meine Blog-Abstinenz der letzten Tage und Wochen – die hoffentlich einigen von Euch aufgefallen ist – hat keineswegs mit fehlenden Themen sondern eher mit interessanten Neuigkeiten zu tun. Denn während meines Europatrips quer durch Österreich und Frankreich – mit einem kleinen Abstecher nach Hamburg – habe ich wie immer viel Neues entdeckt, erfahren, konnte alte Bekannte treffen und neue FreundeInnen dazugewinnen.

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Vier Jahrzehnte Aufbruch, oder: warum es uns leider auch heute noch braucht!

rosbak

„Der Landpastoralkommission (=CPT) und der katholischen Kirche ist es zu verdanken, das die unmenschliche Situation der ländlichen Bevölkerung publik gemacht wurde“. Nein, das sind nicht meine Worte, es sind die Worte des Soziologen José de Sousa Martins, über die unsere jungen Pastoralmitarbeiter_innen letztes Wochenende während der Einschulung zur Geschichte, Methodologie und Spiritualität der CPT gestolpert sind.

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