Zwischen Hof und Viehtränke fährt jetzt die Eisenbahn

Seu Edízio Catarino

Der Bauer Seu Edízio Catarino, 63 Jahre, wohnt und arbeitet seit er sich erinnern kann auf dem Land. Gemeinsam mit anderen Familien wohnt er im Dorf Manoel Vicente, im Bezirk Caetité (645km von Bundeshauptstadt Salvador entfernt), im Bundesland Bahia. Seit über 35 Jahren ernährt er seine Familie mit der hofeigenen Produktion von Bohnen, Mais, Gemüse und einigen Früchten. „Klar gibt es manchmal Schwierigkeiten in den immer länger andauernden Trockenperioden, aber alles in allem fehlte es nie an dem notwendigsten.“ erzählt er mir.

Weiterlesen

Advertisements

Von der gestohlenen Freiheit und dubiosen Träumen!

P1010215

Stellt Euch irgendeine riesige Metropole in unserer Welt vor. Überall hasten Menschen an Euch im Eiltempo vorbei. Niemand hat Zeit seinem gegenüber in die Augen zu schauen, geschweige den sich zu grüßen oder ein paar Worte zu verlieren. Jeder ist anonym und geht einfach seinen Aufgaben nach. Der Lärm des Verkehrs, der hupenden Autos dröhnt in den Ohren, die stundenlang eingeatmeten Auspuffgase erzeugen langsam ein Übelkeitkeitsgefühl und die verschiedenen Farben der an alle Ecken und Enden platzierten Leuchtschriften und Reklametafeln verfärben die mehrspurigen Durchzugstrassen in ein unendliches Lichtermeer. Überall wo Du Dich hindrehst wird gebaut – riesige Wolkenkratzer, einer höher wie der andere schießen in den Himmel.

Weiterlesen

von eisernen Steinen…

Fabio Copolla

Foto: Fabio Copolla

Ich habe Euch schon in mehreren Blog-Beiträgen über die scheinbar aussichtslose Situation der von den Mega-Projekten des Bergbaukonzerns BAMIN (Eisenbahntrasse FIOL sowie das Hafenprojektes Porto Sul im Süden Bahias) betroffenen Familien berichtet. Wir arbeiten ja seit einiger Zeit mit den Familien zusammen und unterstützen sie in ihrem Widerstand. Vor gut drei Monaten war es in diesem Zusammenhang eine große Freude für uns, dass wir mit dem Besuch von Roger Moody zählen durften. Roger ist weltweit einer der bekanntesten Spezialisten wenn es um Menschenrechtsverletzungen rund um Bergbauprojekte geht. Er hat schon in den verschiedensten Bergbaugebieten der Welt, darunter in Indonesien, Indien, Philippinen, Madagaskar Kolumbien sowie in Norwegen und Finnland, wichtige Studien über die Konsequenzen publiziert. Seine viel gelesenen Artikel finden sich immer wieder in wichtigen Tageszeitungen wie The Observer und The Guardian und wurde schon mehrmals zum Thema von der BBC interviewt. Aus diesem Grund möchte ich Euch den ersten vor kurzem veröffentlichten Artikel, auf der Homepage des London Mining Network, über die Situation nach seinem Besuch nicht vorenthalten. Ich denke er sollte dazu beitragen, sich einen guten Einblick zu verschaffen über die Machenschaften, sowie politischen und finanziellen Interessen, die mit den Projekten zu tun haben.

den gesamten Artikel findet ihr unter:

Pedra de Ferro – The Iron Stone

Von einer schlichten Bank inmitten aromatisierter Kakaobohnen

P1020091

Als ich vor dem Haus von Seu Josuel in die Hände klatsche um auf mich aufmerksam zu machen, hat mich der intensive Geschmack der frisch geernteten Kakaobohnen bereits voll in seinen Bann gezogen. Die verschiedenen Gerüche, buntgefärbten Blätter und Geräusche des Windes der durch die Kakaubäume fährt sind immer wieder ein ganz besonderes Erlebniss.

Weiterlesen

Landraub im grossen Stil in der „Serra Geral“

P1010150P1010168

P1010153P1010142

Diese Woche war ich neuerlich gemeinsam mit Gilmar und Beni (CPT SulSudoeste) bei den Bauern in der Gemeinde von João Barrocas, im Bezirk Caetité. Einige von Euch erinnern sich vielleicht, ich habe vor einiger Zeit in einem früheren post über ihre Situation berichtet. Damals wollte die Bergbaufirma BAMIN, ihre Wasserquellen einfach mit ihrem Abwasserbecken der Bohrschlämme und Abwässer bedecken. Mehr darüber unter:

Weiterlesen

PORTO SUL: wer soll den Preis des „Wachstums“ bezahlen?

Der vierte und vorläufig letzte Tag unserer kleinen Tour durch die Region Ilhéus und Besuch bei den von den Bauvorhaben der BAMIN und vom Porto Sul direkt betroffenen Bauern und Fischern. Wir sind zurück in der Stadt Ilhéus, hier sagt man uns das die Mehrheit der Bevölkerung hinter dem Hafenprojekt steht. Sie erwarten sich neue Arbeitsplätze, mehr Einnahmen und Entwicklung.

Weiterlesen

PORTO SUL: sind Korallenriffe mehr Wert wie Menschenleben?

P1000950

Am heutigen dritten Tag verabschieden wir uns von den Bauern aus der Region Itariri und fahren an der Küste entlang Richtung Norden. Wir wollen die Fischer von der Lagoa Encantada besuchen. Auch von ihnen möchten wir gerne wissen wie sie über das Hafenprojekt und deren Auswirkungen auf die Region denken. Nach einigen Fahrkilometern auf der Hauptstraße durch mehrere kleine Fischerdörfer und Ferienwohnanlagen kündigt ein Strassenschild die Abzweigung zu unserem Ziel an. Wir biegen ab und es geht über 13 km sehr schlechter Landstrasse mit argen Schlaglöchern. Kurz vor unserem Ziel, wir fahren leicht abwärts, sehen wir zum ersten Mal die Lagoa Encantada.

Weiterlesen

BAMIN: eine Strasse füllt keine leeren Bäuche…

morgens

Am zweiten Tag, brechen wir bereits in der Dämmerung auf. Wir haben uns mit den Familien des vor 14 Jahren enteigneten Grossgrundbesitzes im Dorf Bom Gosto vereinbart. Auch hier sind die Familien sehr besorgt über ihre Situation und die letzten Ereignisse. Wir frühstücken gemeinsam mit Seu João Ferreira und seiner Familie, es gibt Früchte, Süsskartoffeln, Aipim und gegrilltes Fleisch. Er ist über 40, Familienvater von 9 Kindern, hat schon viel miterlebt, aber der Kampf um ein Stück Land hat in keineswegs Müde gemacht und er gibt sich kämpferisch: die Regierung will uns um unsere Wasserquellen bringen, aber das werden wir nicht zulassen. Wasser bedeutet Leben, und ohne Wasser gibt es kein Überleben.” Nach dem ausgiebigen Frühstück gehen wir mit Seu João Ferreira und seinen Nachbarn auf die Felder. Auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie am Vortag.

Weiterlesen

BAMIN: durch ein fruchtbares Feuchtgebiet baut mein keine Strasse!

P1000927

Die letzten Tage habe ich gemeinsam mit unseren CPT-Mitarbeitern die Bauernfamilien und Siedlergemeinschaften im Küstenstreifen nahe der südlich gelegenen Stadt Ilhéus – Bahia – besucht. Viele dieser Familien sind direkt von einem gigantischen Bauvorhaben, dem Hafenprojekt Porto Sul, dass sich wie ein Geschwür vom Landesinneren Richtung Küste ausbreitet betroffen. Dieses gigantische Projekt, steht in direkter Verbindung mit dem Bau der Eisenbahntrasse (=FIOL) und des Abbaus von Eisenerz durch die BAMIN (=Bahia Mineração) in Caetité. Tausende von Bauernfamilien, mit denen wir direkt in Kontakt sind, sind von diesen Bauvorhaben betroffen und haben nicht unbegründet Angst alles zu verlieren, was sie sich in mühevoller Arbeit und über die vielen Jahre aufgebaut haben.

Weiterlesen