2015: Sklavenarbeit leider nicht Geschichte

Foto: João Zinclar

Foto: João Zinclar

Diese Woche steht bei uns ganz im Zeichen der Präventivarbeit gegen die leider noch immer vorherrschenden und absolut unmenschlichen sowie erniedrigenden Arbeitsverhältnisse bis hin zur modernen Sklaverei. Allein in den Jahren von 1995 bis 2014 wurden insgesamt über 47tausend Personen aus so einer Situation in ganz Brasilien befreit.

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Kongress beschließt Enteignung von Land und Immobilien als Strafe für Sklavenarbeit!

Lagoa Preta-Barra-BA-5

Mit den Worten, es war ein “geschichtsträchtiger Moment”, wurde diese Woche, die längst überfällige Abstimmung der Senatoren mit insgesamt 59 Stimmen (von 81) zugunsten der Beschlagnahme der Fazendas oder Betriebe auf denen Sklavenarbeit vorherrscht kommentiert. Die beschlagnahmten Gebiete sollen landlosen Bauern oder für geförderte Wohnbauprogramme genutzt werden.

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Modeunternehmen ZARA in zweiter Instanz wegen sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen in Brasilien verurteilt!

Loja Zara - Mário RodriguesZara - trabalho escravo

Eines der größten Modeunternehmen der Welt – das spanische Modeimperium ZARA, wurde im August nach einer Untersuchung der Mitarbeiter des Arbeitsinspektorates aufgrund von schweren Verstößen der arbeitsrechtlichen Normen verurteilt. Damals wurden 15 bolivianische ArbeiterInnen aus sklavenähnlichen und absolut entwürdigenden Arbeitsverhältnissen aus den Nähstuben in der Stadt São Paulo befreit. Die versuche des Unternehmens dieses Urteil anzufechten und aufzuheben hat fehlgeschlagen. In seiner Entscheidung bestätigte der Richter Alvaro de Oliveira Simses Emanuel, vom 3. Arbeitsgericht in São Paulo das Urteil.

Das Modeunternehmen ZARA hatte Einspruch erhoben und behauptet von diesen Arbeitsbedingungen nichts gewusst zu haben, da sie die Produktion an die Firma AHA ausgelagert hatten. In seiner Entscheidung betonte der Richter, das die Modefirma die volle Verantwortung dafür zu tragen hat. Weiters kritisierte es den Versuch sich aus der Affäre zu ziehen und klassifizierte die Argumente als eklatanten Betrug.

Laut dem ZARA – Vertreter Raúl Estradera wird das Modeunternehmen die Entscheidung nicht akzeptieren und versuchen auf nächster Instanz das Urteil zu stürzen. Vorerst allerdings muss das Modeimperium neuerlich damit rechnen auf der „lista suja“ (=dreckige Liste), erstellt vom brasilianischen Arbeitsministerium, angeführt zu werden. Dort befinden sie sich übrigens in guter Begleitung, den insgesamt zählt die Liste 579 Firmennahmen.