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Als wir am 13. März im ausverkauften Rechbauerkino in Graz die Premiere meiner Doku “SOJA: Der Fleisch gewordene Wahnsinn” feierten, war ich doch recht überrascht über den großen Publikumsandrang: Der Saal war zum bersten voll. Zu meiner Freude sollte sich dies auch während der restlichen Filmaufführungen auf meiner Tour quer durch Österreich wiederholen.

Ohne das vorab in mich gesetzte Vertrauen von Welthaus Graz – allen voran Sigrun Zwanzger und Markus Meister – wäre es kaum zu diesem Filmprojekt gekommen. Besonders wichtig war mir dabei auch den konkreten Zusammenhang mit Österreich, den hier zu Lande verwendeten Futtermittel und unserem Fleischkonsum herzustellen. Nicht, dass ich selbst auf gutes Fleisch verzichten möchte. Doch denke ich darf es ruhig weniger sein, den die durchschnittlichen 60kg pro Kopf und Nase im Jahr tun weder der Umwelt, weder den Menschen in den Anbaugebieten noch unserer Gesundheit gut.

Die gut besuchten Veranstaltungen und Filmvorführungen (über 2000 Menschen in einem Monat) in Landwirtschaftsschulen, Hotelfachschulen und öffentlichen Vorführungen in der Steiermark, Oberösterreich, Wien, Niederösterreich, Salzburg, Innsbruck und Vorarlberg lassen darauf schliessen das dieses Thema die Meschen bewegt. Bewusst zu konsumieren, zu wissen von wo/wem man es einkauft, weniger ist mehr, waren dabei nur einige der anschliessenden Diskussionspunkte. Die katastrophalen im Film gezeigten Auswirkungen auf Mensch und Natur in Brasilien haben sehr viel Betroffenheit unter den Zuschauern ausgelöst.

Für Alle die keine Zeit und Möglichkeit gefunden haben an einem der Filmabende teilzunehmen gibt es die Doku “SOJA: Der Fleisch gewordene Wahnsinn” nun auch online zum nachschauen. Viel Spass! Über feedbacks jeder Art freue ich mich ganz besonders.

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„Von Tag zu Tag“: Soja-Anbau und seine Folgen

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Gestern Nachmittag hatte ich das Vergnügen mit Johann Kneihs während der Sendung „Von Tag zu Tag“ auf Ö1, 14:05-14:40, über die Folgen des Soja-Anbau in Brasilien zu sprechen.

Unter diesem link gibt es die Sendung noch für fünf Tage zum nachhören:

http://oe1.orf.at/programm/461831

Soja: der Fleisch gewordene Wahnsinn

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Soja: Der Fleisch gewordene Wahnsinn

In Österreich essen wir pro Kopf und Jahr mehr als 60 Kilo Fleisch. Doch der hohe Fleischkonsum hat global gravierende Folgen: Das Futter für Rind, Schwein, Geflügel & Co verbraucht zwei Drittel aller fruchtbaren Flächen weltweit. Die EU importiert einen großen Teil der benötigten Futtermittel wie Soja aus anderen Weltgegenden. Welche Folgen der Soja-Boom in den Herkunftsländer hat, zeigt Thomas Bauer in seinem Film am Beispiel Brasiliens auf. Er besucht Kleinbauern, die wegen der riesigen Gensoja-Plantagen ihr Land verloren haben und spricht mit Indigenen, die unter den Folgen der großflächig versprühten Gifte leiden. Zu Wort kommen auch ein Arzt und ein Staatsanwalt, die sich gegen alle Widerstände für die Leidtragenden einsetzen. Doch auch in Österreich profitieren die wenigsten Landwirte von einem Agrarsystem, das von ihnen verlangt, immer mehr und immer billiger zu produzieren. Wie es auch anders gehen kann, zeigt der Hofbesuch eines Biobauern in Oberösterreich. In beeindruckenden Bildern spannt der Film einen globalen Bogen von Brasilien nach Österreich regt zum Nachdenken über das gegenwärtige Handelssystem an. – Christian Köpf/ Welthaus Graz

Filmpremiere am 13. März 2017, 18:30 – Filmzentrum Rechbauerkino

Die Angst vor Cowboystiefel

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Ich sitze am Flugplatz von Cuiabá, im Bundesland Mato Grosso, und warte auf den Flieger nach Confresa in der Region Araguaia. Die Hitze ist schon frühmorgens schwer erträglich und es liegt ein milchiger Dunst über der gesamten Region. Mir gegenüber, ein Fazendeiro wie man sich ihn so vorstellt. Lederne Cowboystiefel, Ledergürtel mit schwerer metallener Gürtelschnalle und Cowboyhut. Das Handy permanent am Ohr spricht er vom anstehenden Regen, der Sojaaussaat und des unsicheren Dollarkurses der im den Schlaf raubt.

Nach einem seiner Telefonate mustert er mich kurz und zögert nicht mit der Frage wo ich denn hin will? Ich überlege kurz, dann antworte ich, dass ich in die Araguaia-Region fliege. Jetzt will er mehr wissen: Was willst Du denn dort? Kennst Du dort jemanden? Ich erwidere ihm kurz, dass ich eingeladen wurde für eine Fotoreportage. Ganz zufrieden scheint er nicht mit meiner Antwort, aber da läutet schon wieder sein Telefon.

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Kurze Zeit später finden wir uns im selben kleinen neunsitzigen Flieger dicht neben einander wieder. Als ich meinen Fotoapparat auspacke schaut er mir ohne ein Wort zu verlieren misstrauisch über die Schulter. Wir heben ab. Gleich nach dem Start, als wir die Stadt Cuiabá hinter uns lassen, gibt es außer riesigen gerodeten Flächen für den Sojaanbau mit kleinen von Bäumen umgebenen “Vogelnestern” – dort wohnen die Fazendeiros – nicht viel zu sehen.

Mein Gegenüber verfolgt meine Blicke über die ausgetrockneten Monokulturfelder. Plötzlich klopft er mir auf die Schulter. Schau, schreit er in den vom Lärm der Rotoren erfüllten Innenraum des Fliegers: „Dort, ein indigenes Dorf, mach ein Foto!“ Ich erfülle prompt seinen Wunsch und drücke auf den Auslöser. Kurz Zeit später ruft er mich wieder um mir ein weiteres indigenes Dorf zu zeigen. Neuerlich schaue ich in die Richtung seines Zeigefingers. Ich zeige gegen den Himmel und sage zu ihm, dass die Sicht anhand des milchigen Dunstes, provoziert durch den Rauch der Brandrodungen, irrsinnig schlecht ist.

Auf diesen meinen Kommentar hat er scheint’s nur gewartet. Es kommt wie aus der Pistole geschossen: Ja, so sind die Indianer! Die legen ständig Feuer und nichts ist vor ihnen sicher. Ehrlich gesagt habe ich keine Lust mich in ein Gespräch mit ihm zu vertiefen und der Lärm der Rotoren kommt mir in diesem Moment sehr gelegen und ich wende mich wieder meine Fenster zu.

Kurze Zeit später setzen wir zum Landeanflug und Zwischenstopp auf die Stadt Água Boa an. Am Boden angekommen müssen wir aussteigen um das Flugzeug aufzutanken. Neben der Landebahn wartet auf meinen Sitznachbar schon ein neuer blitzender Pick-up. Er ist mir schon ein paar Schritte voraus, da dreht er sich nochmals um und verabschiedet sich mit den Worten: “Sei vorsichtig, das ist eine gefährliche Gegend für Fotoreporter”. Nun drängt sich mir natürlich die Frage auf vor wem ich denn Angst haben muss, den Indigenen oder vor Menschen wie ihm, den Fazendeiros und den Verantwortlichen der “modernen Agrarkonzerne”?

2015 – ein Jahr das schwarz trug

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Das  Jahr 2015 war für uns ein schweres, intensives und vor allem sehr konfliktreiches Jahr. Ein Jahr das regelrecht im schwermetalverseuchten Schlamm, der 19 Menschen in den Tod riss, ganze Dörfer wie Bento Rodrigues und alles was im Weg lag zerstörte, endete.

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Es ist unser Territorium

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Die Klimaanlage im Gerichtszimmer der Stadt Dourados in Mato Grosso do Sul läuft auf Hochtouren. Während, der Assistent die Namen der im Prozess involvierten Personen aufruft, überfliegt der Richter nochmals kurz die Akten des Straffverfahrens. Vorgeladen sind. Angeklagter: Großgrundbesitzer. Kläger: Staatsanwalt der Republik Brasilien. Die Anklage im Strafverfahren lautet: unerlaubter Einsatz von giftigen Pestiziden im Wohngebiet.

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Über erwünschte und unerwünschte Nebenwirkungen…

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Was macht man mit einem wütenden und aggressiven Großgrundbesitzer, der Dir nachspioniert? Der dich anhand deines Autokennzeichens identifizieren lässt und seinen Angestellten befiehlt dem Pfarrer die Leviten zu lesen, weil der mit mir zusammenarbeitet? Ein bisschen macht es ja auch stolz, denn es zeigt, dass man mit seiner Arbeit anscheinend den richtigen Nerv getroffen hat. Aber so einfach ist das Ganze leider nicht.

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Mahlzeit: Vom Regenwald auf den Teller

Foto: Ascom/ Ibama

Foto: Ascom/ Ibama

Der brasilianische Regenwald – auch bekannt als grüne Lunge – spielt nicht nur für das Weltklima eine sehr wichtige Rolle. Sondern, wer hätte das gedacht, hat auch um einiges mehr mit unserem täglichen Schnitzel zu tun, als sich viele wahrscheinlich vorstellen können.

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