Ein Prophet wird 90 Jahre!

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Leider gibt es nicht mehr viele Menschen wie den emeretirten Bischof Pedro Casaldáliga. Vertreter der lateinamerikanischen Befreiungstheologie, widmet er sein Leben bis heuten den Ärmsten in den hintersten und in Vergessenheit geratenen Ecken dieses Landes. Seit Jahrzehnten unterstützt er die Bauern, Landlosen, Indigenen, all diejenigen die nichts haben.

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Verschnaufpause vor Gericht

1° Romaria Nacional do Cerrado - “Cerrado: os povos gritam por água e território livres” - Balsas, MaranhãoBrasiliens Oberster Gerichtshof (=Supremo Tribunal Federal) lehnt die von Konservativen befürwortete Stichtagsregelung bei Demarkationen von Quilombola-Territorien ab.

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Ein Mitstreiter – Marcinho do MST – wurde erschossen

Márcio Oliveira Matos (Quelle: Facebook)
Márcio Oliveira Matos (Quelle: Facebook)

Heute vor einer Woche, am 24. Jänner 2018, haben sie Márcio Oliveira Matos, 33 Jahre, getötet. Márcio, Mitstreiter der Landlosenbewegung (MST) in Iramaia/Bahia, wurde vor seinem 6-jährigen Sohn im eigenen Heim regelrecht hingerichtet. Laut dem zuständigen Polizeichef gab es für ihn kein Entkommen. Fünf Kugeln trafen in direkt im Brust und Kopfbereich.

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Betroffene fragen: Wo bleibt Recht und Gerechtigkeit?“

Am 5. November jährt sich zum zweiten Mal die Tragödie von Mariana. Am jenem Donnerstag im Jahr 2015 brach der Damm des Rückhaltebeckens der Eisenerz-Mine der Firma Samarco nahe der Kleinstadt Mariana im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten Brasiliens. Millionen von Kubikkilometern gefährlichem Bergwerksschlamm machten sich auf den 680 Kilometer langen Weg bis zum Meer. Auf diesem Weg begrub ein Tsunami aus Schlamm Menschen, Häuser, Kirchen und ganze Dörfer unter sich. Der Schlamm tötete 19 Menschen. Er verseuchte das Wasser und den Boden für unabsehbare Zukunft. Die Katastrophe von Mariana gilt als die „größte Umweltkatastrophe in der Geschichte Brasiliens“ Dieses … Betroffene fragen: Wo bleibt Recht und Gerechtigkeit?“ weiterlesen

Zwei Jahre nach dem Dammbruch des Bergbaukonzerns Samarco warten die Menschen noch immer auf Gerechtigkeit

Am 5. November 2015 brach bei Mariana im Bundesstaat Minas Gerais ein Bergwerksdeponiebecken der Firma Samarco, deren Anteilseigner die brasilianische Firma Vale und die anglo-australische BHP Billiton sind. 62 Millionen Kubikmeter giftigen Schlamms fluteten den Fluss Rio Doce (=Süßer Fluß) auf gut 800km Länge. Das Dorf Bento Rodrigues wurde komplett zerstört, ähnlich erging es den Dörfern Paracatu de Baixo und Gesteira. 19 Menschen kamen dabei ums Leben. Zwei Jahre sind seit dem Dammbruch vergangen, der von Brasiliens sozialen Bewegungen als das schlimmste Umweltverbrechen in der Geschichte des Landes bezeichnet wird. Zwei Jahre ist es nun her, dass die Bewohner*innen den … Zwei Jahre nach dem Dammbruch des Bergbaukonzerns Samarco warten die Menschen noch immer auf Gerechtigkeit weiterlesen

Ein Stück vom Himmel…zwischen all den Wolken

„Wer einen Blick nach Lapa und seinem Bom Jesus wirft, sieht ein Stück vom Himmel, viele Blicke gemeinsam sehen Himmel und Erde gemeinsam.” So lautete das Motto – formuliert vom damaligen Bischof José Brandão und Präsidenten der Landpastoralkommission (CPT) – während der ersten von der CPT organisierten Wallfahrt die im Jahr 1978 an diesem traditionellen Wallfahrtsort stattfand. Die Inspiration zu dieser Wallfahrt, vielleicht war es sogar die erste Brasiliens, entstand durch ein Gruppe von 120 Bäuerinnen und Bauern die im Jahr davor, zu Fuß über 500km nach Bom Jesus da Lapa gepilgert sind. Es war ihre letzte Hoffnung, nach dem … Ein Stück vom Himmel…zwischen all den Wolken weiterlesen

Brasiliens Erde ist getränkt von Auftragsmorden

©Thomas Bauer
Foto: Thomas Bauer

Ich treffe Zilma im Garten des Hauses ihres Schwagers Manoel. Sie hat sich hierher zurückgezogen, weil sie es nicht mit ansehen will, wenn der Sarg mit ihrem Mann José Raimundo Mota de Souza Júnior, 38 Jahre, vom Leichenbestatter von der Obduktion gebracht wird. Während unserer langen und innigen Umarmung, bei der mir die Worte fehlen, sagt sie mehrmals: „Das hat Júnior nicht verdient, das hat er einfach nicht verdient.“ Júnior wurde vorgestern kaltblütig durch mehrere Schüsse ermordet.

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Von der Begegnung mit dem junggebliebenen Heilkundigen mit altem Wissen

©Thomas Bauer
Heilkundiger João Vicente da Costa/ Foto: Thomas Bauer

Meine Begegnung mit Seu João wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich treffe den bereits über sechzig Jährigen der zugleich rastlos und sehr ausgeglichen wirkt in Goiás, mitten im brasilianischen Cerrado-Gebiet. Seu João wirkt auf mich wie ein junger, vor Kraft strotzender Mann. Gleich zu Beginn, nach dem ersten Handschlag, beginnt er mir wie ein frisch verliebter Teenager von all der Pflanzenvielfalt und Wichtigkeit dieses Ökosystems zu erzählen.

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Vom Staat für tot erklärt

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Ritual im indigenen Dorf Cajueiro Piraí zwei Tage vor dem Massaker/ Foto: Gamela

Es ist für mich sehr schwierig über den Tag des Massakers zu sprechen, denn der Schmerz und die Erinnerung an das vergossene Blut, kommt immer wieder in mir hoch.” Das sind die ersten Worte von Dilma Akroá Gamela, als ich mit ihr über die Ereignisse des 30. April in Viana, im Bundesstaat Maranhão spreche. Dilma war dabei, als 250 Fazendeiros mit Pistolen und Macheten ein Massaker anrichteten. 22 Menschen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Nur einem Wunder ist es zu verdanken, dass keine Todesopfer zu beklagen sind.

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Brasiliens blutgetränkte Erde

UnknownEigentlich bin ich kein Freund von dieser Art von Fotos. Aber das Jahr 2017 scheint als eines der blutigsten Zeiten in die Geschichte einzugehen seit Ende der brasilianischen Militärdiktatur 1985.

Nach den Massakern in Colniza (09 Ermordete), nach dem blutigen Angriff auf Mitglieder des indigenen Volkes der Gamela Ende April dieses Jahres, bei dem es zu Schußverletzungen kam, einem Indigenen wurden die Hände mit der Machete abgeschlagen, hat die Gewalt einen neuen traurigen Höhepunkt erreicht: Diesen Mittwoch, 24. Mai 2017, wurden 10 Kleinbauern (09 Männer und 01 Frau) während eines Räumungsbefehl in Pau D´Arco, im amazonischen Bundesstaat Pará, von der lokalen Polizei regelrecht exekutiert.

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