Hilfe unter gutem Stern – Hinter Brasiliens strahlender Kulisse

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Bereits zum zweiten Mal – nach 2013, “Die Sternsinger – 60 Jahre Hilfe für die Armen der Welt – durfte ich auf Einladung der Dreikönigsaktion (Hilfswerk der Katholischen Jungschar) und des steirischen ORF Teams an der Filmreise quer durch Brasilien teilnehmen.

Unsere Reise begann in Mato Grosso do Sul, wo wir auf beeindruckende und traurige Weise vom Schicksal der Guarani-Kaiowá erfuhren. Sie leben vielfach unter äußerst unmenschlichen Bedingungen, eingekesselt von den Soja-Monokulturplantagen der Großgrundbesitzer. Besonders betroffen gemacht hat mich dabei die Situation, auf dem vor Jahren von Damiana und ihrer Gruppe wiederbesetzten Gebiet auf dem sich ein Zuckerrohrbaron breit gemacht hat.

Nach Jahren in einem indigenen Reservat, mit viel zu viel Menschen auf engstem Raum, gab es für sie keinen anderen Ausweg. Während unserem Besuch erzählt sie uns von ihren Schicksalsschlägen, erzählt uns von ermordeten Angehörigen und Freunden. Beim letzten “Unfall” wo zwei Menschen überfahren wurden, konnte anhand der Zeugenaussagen und Beweise aufgezeigt werden, dass es sich um eine kriminelle Handlung der Mitarbeiter der Zuckerrohrfabrik, die mit einem Firmenauto unterwegs waren, handelte. Der Fall liegt nun beim Staatsanwalt.

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Speziell für die Guarani-Kaiowá, die größte indigene Volksgruppe, bedroht und ausgeschlossen ist es sehr wichtig, dass ihre Situation über diese Doku in die Welt hinaus getragen wird. Allein in den letzten zehn Jahren haben 600 Indigene aus Verzweiflung Selbstmord verübt. Dem nicht genug, wurden 400 Guarani ermordet. Es handelt sich um einen Völkermord und sie brauchen dringend internationale Unterstützung.

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Nach dieser ersten sehr intensiven Woche ging es nach einem kurzen Abstecher zu den Foz de Iguaçu Wasserfällen nach Rio de Janeiro. Der Kontrast zwischen Land und Stadt, der Not auf dem Land und Hektik in der Stadt hätten unterschiedlicher nicht sein können.

In Rio de Janeiro besuchten wir hauptsächlich Projektpartner die mit Straßenkindern arbeiten. Trostlos war hier einmal mehr über die brasilianische Gefängnissituation zu erfahren. In der Straffanstalt für Jugendliche – erbaut vor einigen Jahren für 80 Jugendliche, sitzen heute über 370 Inhaftierte. Besonders auffällig dabei, Alle, aber wirklich Alle waren schwarze Jugendliche.

Dies ist allerdings laut einem Erzieher nicht das größte Problem, denn als er uns durch die Gebäude führte, erzählte er uns das es sich hier um ein Paradies für die Jugendlichen handelte. Bei einem kurzen Blick in die Korridore der Zellen konnte mir dies ein Jugendlicher mit zwei gebrochenen Unterarmen allerdings nicht bestätigen.

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Wir haben noch viele andere Projektpartner – die Frauen in der Peripherie Rios, die Favela Providência, die Eltern und Geschwister von entführten Kindern,… – besucht. Ich kann Euch versichern, die ORF Dokumentation wird Euch einen guten Eindruck über all diese verschiedenen Situationen vermitteln. Aus diesem Grund solltet ihr am Neujahrstag, den 01. Jänner 2016 um 17:05 Uhr unbedingt den Fernseher auf ORF2 einschalten.

Mir bleibt, mich bei Angela Kemper – Projektreferentin für Brasilien der DKA, sowie Christian Herret – zuständig für die Pressearbeit der DKA, mit beiden verbindet mich bereits eine langjährige Freundschaft, sowie dem ORF Team – Gernot Lercher, Erhard Seidl und Michael Mikula, recht herzlich für ihr Vertrauen und Einladung zur Mitgestaltung zu bedanken.

Für alle die jetzt bereits Lust auf Mehr haben, gibt es unter dem unten angeführten link die von mir gemachten Bilder des Making Off unserer Filmreise. Viel Spaß!

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